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Über 3'000 Franken für die Kulturklinik! Das war die erste Ausgabe von Gärn gschee Kultur

03/18/20, 08:56 PM

Aktualisiert 03/18/20, 08:56 PM

«Eigentlich singe ich ja mehr so hässige Songs»: Manuel Gagneux (Zeal & Ardor) in Aktion.

«Eigentlich singe ich ja mehr so hässige Songs»: Manuel Gagneux (Zeal & Ardor) in Aktion.

Es hätte viel schiefgehen können. In drei Tagen einen Live-Stream mit Spende-Funktion auf die Beine stellen, das macht nicht jede*r. Aber die Zeiten sind rough und gehandelt werden muss besser früh als spät. Also bündelten wir unsere Kräfte und bauten «Gärn gschee Kultur» - ein Format, dass Künstler*innen erlaubt, auch trotz Corona weiterhin für ein Publikum aktiv zu sein.

Oder wie wir es ausdrückten:

Während da draussen die Tore der Konzertlokale schliessen müssen, gehen auf dieser virtuellen Bühne die Scheinwerfer an. An verschiedenen Abenden finden Konzerte, Lesungen oder Performances statt. Wir streamen live. Und über eine Online-Bezahlfunktion kann sich das Publikum im Cyberspace an der Gage der Künstler*innen beteiligen. Wir sind die Ausgleichskasse für Schicksalsgeschlagene, zusammen bieten wir dieser garstigen Seuche die Stirn. 

Den Anfang machte am Mittwochabend Manuel Gagneux von den Gospel-Metallern Zeal & Ardor. Vor dem Konzert gab's ein kurzes Interview mit unserem Feuilletonisten Daniel Faulhaber, between some tulips and a cactus:

Für Wasser waren sie zu aufgeregt: Manuel und Dani beim Vorgespräch.

Für Wasser waren sie zu aufgeregt: Manuel und Dani beim Vorgespräch.

Dann begab sich Manuel in den kleinen Industrielift hinter ihm und legte los. Eigentlich mache er ja mehr so hässige Songs, sagte er und spielte dann das Gegenteil: Witzige, schlaue, grandiose Mashups, die den Basler*innen vor den Bildschirmen unweigerlich ein paar Tränen in die Augen trieben.

Zumindest bei uns im Bajour-Team blieb kein Auge trocken. In Zeiten von Virus, Schliessungen und Sperren diese Lebensbejahung von Konzert mitzuerleben und zu sehen, wie es uns in diesem Moment 2'900 Zuschauer*innen gleich taten, war wunderschön. 286 Kulturhelfer*innen spendeten an dem Abend insgesamt 3'040 Franken an die Kulturklinik (Stand 21.30 Uhr). Auch das: beautiful.

Kein Wunder sah es bei uns auf Slack nachher so aus:

Die Enabler von der Technik fanden es auch ganz cool (hiermit: riesiges Danke an euch!):

Und Manuel Gagneux? Der sagte nach 30 Minuten das letzte Stück an, zog durch – und dann wurde der Bildschirm schwarz. Fertig für heute.

Aber noch lange nicht fertig für Gärn Gschee Kultur: Wir bleiben dran und freuen uns auf die nächste Ausgabe. Stay tuned!

Habt ihr Anmerkungen oder Feedback zum Abend? Meldet euch bei uns via Facebook oder Email.

Und tschüss!

Und tschüss!