Zahltag – Wo kommt die Kohle her in Block 6.1.021?

Gegen 90 Prozent der Basler Firmen zahlen weniger als 5000 Franken Steuern pro Jahr. Ist das mit ein Grund für die angeblich gewerbefeinliche Haltung der Stadt? Und wie sieht es in unserem Gundeli-Block aus?

In Block 6.1.021 dürfte ein guter Viertel der Steuereinnahmen von Gewerbebetrieben kommen - wobei die Zahlen grobe Schätzungen sind.
In Block 6.1.021 dürfte ein guter Viertel der Steuereinnahmen von Gewerbebetrieben kommen - wobei die Zahlen grobe Schätzungen sind.

So richtig tiefe Sorgenfalten in den Gesichtern der Basler Regierung bilden sich nicht, wenn ein Gewerbebetrieb wie jüngst die Elektrofirma Selmoni ankündigt, den Kanton zu verlassen. Es sind eher für die Kamera aufgesetze Sorgenfältchen – und das hat einen simplen Grund. Schreiner*innen, Elektriker*innen und andere Kleingewerbler*innen bringen kaum Steuereinnahmen, vor allem im Vergleich zu Big Pharma und den Einkommenssteuern der Einwohner*innen. Damit die Zahlen fassbar werden, schauen wir – wie den ganzen Monat – auf unseren #block61021. Die 528 Personen, die dort wohnen, bezahlen durchschnittlich etwa 4000 Franken Steuern (darin eingerechnet sind auch Kinder und Personen ohne Einkommen). Das ergibt rund 2,1 Millionen Franken Steuereinnahmen für Basel-Stadt.

Bei den Gewerbesteuern der 59 Betriebe, die im Block ihren Geschäften nachgehen, wird die öffentlich zugängliche Faktenlage dünn. Eine Anfrage ans Finanzdepartement ergibt, dass eine entsprechende geografische Aufbereitung nicht vorliege. Also bleibt nichts anderes übrig, als von einer durchschnittlichen Verteilung auszugehen – abzüglich den “Big 59”, jener besonders finanzkräftigen Firmen, die jährlich über 100’000 Franken Steuergelder abliefern. Gemäss dieser Rechnung dürften die Steuereinnahmen des Blocks 826’000 Franken pro Jahr betragen – also deutlich niedriger als die Einnahmen durch Privatpersonen. Dieser Anteil wird durch die Steuerreform weiter sinken. Sven Michal, Generalsekretär des Finanzdepartements, sagt: «Nach der Gewinnsteuersenkung per 1. Januar 2019 schätzen wir, dass noch rund 1000 von 11‘000 Unternehmen über CHF 5‘000 Gewinnsteuern bezahlen werden. Wie die effektiven Verhältnisse sein werden, wird die Zukunft weisen.»

Quelle: Statistik Basel-Stadt / Eigene Berechnungen

tracking pixel

Das könnte dich auch interessieren

Woko Wohnen Familien

Ina Bullwinkel am 28. November 2025

Kindergeschrei oder Investor*innen-Gejammer?

Die Hälfte der Basler Haushalte wird von nur noch einer Person bestritten. Gerade für junge Familien wird der Platz in der Stadt immer unerschwinglicher. Gefordert ist der städtische und der soziale Wohnungsbau, kommentiert Ina Bullwinkel.

Weiterlesen
Unbenannt (2)

am 28. November 2025

Imprägnierwaschmittel

Weiterlesen
Bildschirmfoto 2025-11-27 um 11

am 27. November 2025

Ana Stamenkova, Anna Cordasco und Pascal Heimann

Weiterlesen
Samuel Hufschmid

Samuel hat als Lokal- und Datenjournalist bei «20 Minuten» und der «bz Basel» gearbeitet, ehe er als Gründungsmitglied zu Bajour wechselte. Er prägte den Start des «Basel Briefings» und hat mehrere Crowd-Recherchen wie «wem gehört Basel?» verantwortet. Zusammen mit dem Datenjournalismus-Team von SRF hat er für Bajour übers Schwingen recherchiert und wurde 2023 mit dem «Swiss Press Award» ausgezeichnet. Seit 2024 gehört er der Geschäftsleitung an und kümmert sich um Marketing und Produktentwicklung.

Kommentare