Laternen beschädigen für Brandschutz: Geht das zu weit?
Kurz vor der Basler Fasnacht sind viele Cliquen in der Bredouille. Grund sind die strengeren Brandschutzregeln, die von den Basler Behörden nach der Brandkatastrophe von Crans Montana erlassen wurden. So muss neu jede dekorative Laterne in einem Cliquenkeller einen Brenntest bestehen, um ein schnelles Übergreifen von Flammen bei einem möglichen Brand auszuschliessen. Alternativ können die Objekte auch in einem Abstand von mindestens zwei Meter zueinander aufgehängt werden. Wie am Beispiel des Alti-Richtig-Kellers in der BaZ deutlich wird, ist dies für einige Cliquen gar nicht möglich. Laternen für den Brenntest zu zerschneiden und teils Jahrzehnte alte Kunstwerke und Kulturgut zu beschädigen, bleibt mit den neuen Vorgaben allerdings ihre einzige Option, um die Kontrolle zu bestehen und ihre Keller öffnen zu dürfen.
Leider sind Laternen meistens brennbar, sowie die meisten Larven auch. Muss jetzt in kürzerster Zeit alles rausgerissen werden? Die Arbeiten für eine Clique, auch für deren Keller, sind freiwillig, werden neben dem Berufsleben durchgeführt. Da reicht die Zeit einfach nicht. Etwas Augenmass ist hier sehr wichtig. Auch die Ämter haben hier etwas verschlafen und sollten das nun nicht einfach den Fasnächtler aufdrücken. Wird denn jede Beiz kontrolliert, jedes Fasnachtsbändeli abgenommen? Antike Laternen zerschneiden ist schon etwas heftig. Vielleicht ein strenges, vor allem kontrolliertes Rauch- und Feuerverbot.
Sicherheit geht vor!
Als Tochter eines Laternenmalers liegen mir diese Kunstwerke am Herzen. Dennoch müssen wir die Lehren aus den furchtbaren Vorkommnissen von Crans-Montana ziehen - kompromisslos. Da die Fasnacht als Grossanlass vor der Tür steht, ist es logisch, dass hier begonnen wird - aber selbstverständlich nicht aufgehört. Es muss weitergehen mit allen Lokalen. Wie in anderen Kantonen sollte zudem auch der Irrsinn mit Pyros indoor künftig untersagt werden. Ich bin zuversichtlich, dass am Rand der Leinwände der Ladäärne ein Stück entnommen werden kann, um den Brandtest durchzuführen, ohne dass die Werke zerstört werden.