Rote Köpfe wegen gekappter Linie
Seit dem Fahrplanwechsel gibt es keine direkte Buslinie zwischen Allschwil und Dornach mehr – das ärgert viele in der Region. Die SP-Landrätin Juliana Weber Killer fordert die Wiedereinführung.
Der Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2025 wurde von den SBB als «grösster Angebotssprung» in der Nordwestschweiz seit des grossen Schienenausbauprogramms Bahn 2000 gefeiert. Auf Detailebene brachte der Fahrplanwechsel aber nicht nur Verbesserungen. Insbesondere zwischen Allschwil und dem Birstal sind starke Verstimmungen zu hören, seit der neue Fahrplan in Kraft getreten ist.
Konkret ist es die Buslinie 64, über die man sich ärgert. Sie führte bisher vom Bahnhof Dornach bis zum Bachgraben. Nun wurde sie verkürzt und fährt statt bis nach Allschwil nur noch bis ans Gymnasium in Oberwil. Die restliche Teilstrecke der BLT wurde ab dort in eine neue Route 49 integriert, die neu bis nach Therwil reicht.
Für viele Pendler*innen zwischen dem Birstal und dem boomenden Industriegebiet im Allschwiler Bachgraben bedeutet das: In Oberwil umsteigen und dort bis zu neun Minuten warten. In der Facebook-Gruppe «Allschwil vernetzt» wurde eifrig darüber diskutiert. Ein Post zum Thema hat 136 Kommentare – die meisten ärgern sich darüber, dass der Arbeits- und Schulweg nun umständlicher und länger sei.
«Die Reisezeit verlängert sich rund um ein Viertel. Das ist für eine ohnehin lange Pendlerstrecke unattraktiv und unzumutbar.»Juliana Weber Killer, SP-Landrätin (Allschwil)
«Die Reisezeit verlängert sich rund um ein Viertel. Das ist für eine ohnehin lange Pendlerstrecke unattraktiv und unzumutbar», sagt Juliana Weber Killer. Die Allschwilerin ist SP-Landrätin und trägt das Anliegen jetzt mittels Interpellation in das Baselbieter Parlament.
Sie führt darin aus, wie wichtig die Buslinie 64 bisher war – verschiedene Arbeits- und Bildungsstandorte wurden erschlossen und die stark frequentierte Tramlinie 11 wurde in Stosszeiten entlastet. «Mit dem neuen Fahrplan wurde die direkte Verbindung faktisch aufgehoben.»
Weber will vom Regierungsrat wissen, warum die Buslinie gekappt wurde – und will dafür auch Einblick in die Fahrgastzahlen und Auslastungsdaten von Oberwil, Therwil, Reinach und Dornach. Sie fragt, ob man die Bedürfnisse der unterschiedlichen Fahrgastgruppen überhaupt systemisch erhoben hat.
Nicht zuletzt will sie wissen, ob eine Wiedereinführung einer durchgehenden Verbindung zwischen Allschwil und Dornach per Fahrplanwechsel Dezember 2026 geprüft werden könnte. Wenigstens eine Optimierung der Anschlüsse, damit die Pendler*innen nicht neun Minuten warten müssen, erhofft sich Weber zu erreichen.