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Ein nachhaltiges Café belebt Oberwil

Secondhand stöbern, während der Duft von Gebäck in der Luft liegt: Im Glaze Sweets & Style direkt an der Hauptstrasse kann Shoppen mit Käffelen verbunden werden. Das noch junge Café trotzt dem allgemeinen Lädelisterben.

Glaze aussen
Sandra Castellanos und Therese Beerstecher vor ihrem Café Glaze. (Bild: Dominik Asche)

Auf den Punkt:

  • An der Hauptstrasse 31 in Oberwil erlebt das Café Glaze Sweets & Style nach der Eröffnung im November seinen ersten Frühling.
  • Das Café ergänzt sein Angebot von Kaffee und Backwaren mit eigens kuratierten Secondhand-Kleidungsstücken.
  • Die Geschäftsführerin Therese Beerstecher betont ihren Fokus auf Nachhaltigkeit.

Das Glaze Sweets & Style ist kein klassisches Café. In den hellen Räumen trifft der Bereich mit Sitzplätzen, einer Sofaecke und der Gebäckvitrine auf sorgfältig aufgehängte Secondhand-Kleidung und fein drapierte Kleinigkeiten. Besonders am Herzen liegen der Inhaberin Therese Beerstecher und ihrer Geschäftspartnerin Sandra Castellanos ihr nachhaltiges Konzept.

Ihre ausrangierte Kleidung bringen Oberwiler*innen bei ihnen im Laden vorbei, wo die Stücke eigenhändig sortiert und der Verkaufspreis festgelegt wird. So würde ein Abbild der Menschen aus dem Dorf an ihren Kleiderbügeln hängen, sagt Beerstecher: Eine täglich wechselnde Mischung aus Mode für Jung und Alt sowie eine Auswahl an verschiedenen Stilen und Farben – nur Ultra Fast Fashion, also extrem günstig produzierte Massenware, nehmen sie aus qualitätsgründen bewusst nicht. Die Kund*innen erhalten im Gegenzug 30 Prozent des Verkaufspreises bar auf die Hand oder 50 Prozent davon in Form von Store Credit, den sie im Glaze einlösen können.

Glaze Second Hand
Sorgfältig ausgewählte Kleidung aus zweiter Hand. (Bild: Dominik Asche)

Die Kombination aus Secondhand-Auswahl und gastronomischem Angebot in denselben Räumen funktioniere gut: «Es ergibt ein schönes Bild von Leuten, die sitzen und solchen, die Kleidung anprobieren. So kommen sie miteinander ins Gespräch», sagt Beerstecher. Dies würde das Café zum generationenübergreifenden Begegnungsort machen, wo die Studis aus dem Dorf auf Menschen im Homeoffice und diese wiederum auf wuselnde Kund*innen träfen. 

Das Glaze setzt auf Hausgemachtes, wobei Beerstecher gleich selber in der Backstube steht: «Was die Leute besonders mögen, sind unsere Cookies!» Das Glaze legt Wert auf Nachhaltigkeit, Saisonalität und ausgewählte Zutaten: «Wir haben nicht einfach Caotina-Pulver oder Erdbeeren im Winter und unser Kaffee wird mit dem Segelschiff gebracht», betont sie. Besonders ihr Matcha-Angebot und die Möglichkeit Hafermilch statt Kuhmilch zu wählen, sei bei den Kund*innen beliebt.

Glaze Vitrine
Gerne hausgemachtes Gebäck zum Kaffee? (Bild: Dominik Asche)

Das Glaze kann auf erfolgreiche erste Monate zurückblicken. Keine Selbstverständlichkeit beim allgemeinen Lädelisterben – auch die Ladenfläche gegenüber des Glaze steht leer. Beerstecher wie Castellanos leben seit über 20 Jahren in Oberwil und betonen, dass sie ihrem Dorf etwas zurückgeben wollen. Im Gegenzug haben sie bei den Oberwiler*innen offene Türen eingerannt: «Sie freuen sich alle, dass es jetzt so ein Angebot gibt, wo man einfach zu Fuss hinkommen kann und nicht immer in die Stadt muss.» 

Mittagsangebot geplant

Trotzdem habe die Eröffnung des Cafés Überwindung gebraucht. «Den Traum hatte ich schon immer, aber der Mut fehlte lange», sagt Beerstecher. «Im letzten Sommer war dann dieser Mut plötzlich da und dann habe ich es einfach durchgezogen.»

Für die Zukunft wünschen sich Therese Beerstecher und Sandra Castellanos, den Garten des Glaze mit einigen Tischen zu bewirtschaften, damit ihre Kund*innen einen Kaffee in der Sonne geniessen können. Ihr Angebot würden sie sobald möglich gerne mit einem Lunchmenü ergänzen, um für die Oberwiler*innen auch in der Mittagspause da zu sein. 

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