Hula Club bekommt Exil im Sääli
Der Hula Club musste schliessen, weil er die Brandschutzvorgaben nicht mehr erfüllt. Der legendäre Club an der Sperrstrasse ist damit Geschichte. Im Sääli erhält er nun aber jeden Dienstagabend Exil.
Er war einzigartig in Basel, der Hula Club an der Sperrstrasse 97. Wer in den Keller hinabstieg, wähnte sich sogleich im hawaiianischen Paradies, an den Wänden hingen Strandbilder, Palmen säumten den Raum und die bunte Bar, an der es Käseküchli und Weisswein gab, weiste den Weg nach Honolulu. Es war kultig und lebhaft. Doch nun ist es vorbei.
Erklärt wird das Ende dieser Ära auf der Website mit dem Drama von Crans-Montana. Nach der Brandkatastrophe im Wallis mit 41 Toten und zahlreichen Verletzten habe auch der Hula Club einen Brandschutzexperten beauftragt, die Situation neu einzuschätzen. Das Resultat sei «niederschmetternd» gewesen, heisst es dazu weiter. Das Risiko eines Brandes sei zwar nicht sehr hoch, doch dass der Betrieb auch in Zukunft eine Bewilligung erhalten würde, sei wegen des nötigen Brandschutzes praktisch unmöglich. «Die nötigen baulichen Massnahmen können sich die Verantwortlichen nicht leisten.» Die Konsequenz daraus: Der aus der Hawaii-Welle in den 1950er Jahren entstandene Hula Club musste Ende Januar schliessen.
Aufgeben wollen die Musikliebhaber*innen – von Onlinereports einst als propere, anständige Senioren beschrieben – jedoch nicht. Sie feiern mit Konzerten ab sofort jeden Dienstagabend im Sääli im ersten Stock des Goldenen Fass, also wenige Schritte vom Hula Club an der Ecke Sperrstrasse/Hammerstrasse. Gastgeberin Bettina Larghi sagt: «Wir freuen uns, dass wir Nachbarschaftshilfe leisten können.»
Am heutigen Dienstag steht Little Chevy auf dem Programm, quasi Americana à la Bâloise. Sängerin Evelyne Péquignot freut sich, dass die Veranstalter*innen eine Lösung gefunden haben: «Es ist immer traurig, wenn etwas zu Ende geht, aber vielleicht ergeben sich dadurch auch Möglichkeiten für etwas Neues.» Sie selbst und ihre Musik haben zwar nichts mit Hawaii zu tun, aber sie passt mit ihrem Petticoat dennoch in das Konzept der 1950er-Jahre.
Wie Mitorganisator und Musiker Pink Pedrazzi sagt, sei man gezwungenermassen davon abgekommen, wie früher hawaiianische Bands zu buchen, da es kaum mehr welche gebe. Ob der neue Ort ebenfalls wie ein Wohnzimmer mit Musik und Freund*innen werden könne, sei noch offen.
«Es ist immer traurig, wenn etwas zu Ende geht, aber vielleicht ergeben sich dadurch auch Möglichkeiten für etwas Neues.»Evelyne Péquignot, Sängerin von Little Chevy
Auch Basta-Grossrätin Heidi Mück hat man hin und wieder im alten Hula Club angetroffen. Für dessen Zukunft im Sääli zeigt sie sich wenig zuversichtlich: «Der Keller hatte seinen Reiz, man musste klingeln, um reinzukommen.» Die Atmosphäre sei so speziell gewesen – Hawaii Style halt – dass sie sich das an einem anderen Ort nur schwer vorstellen kann.
Bis jetzt stehe das Programm bis Ende Mai, so Pedrazzi, danach gebe es erstmal eine Sommerpause.