Ausgespielt?

Die Robi-Spiel-Aktionen müssen abbauen

Wie schlimm steht es tatsächlich um den grössten privaten Anbieter von Kinderbetreuung in Basel?

Robi 2

Auf der Facebook-Seite der Robi-Spiel-Aktionen hagelt es Absagen. Dem Verein gehe es finanziell schlecht, erklärt uns ein Bajour-Leser. 

Wir fragen bei Peter Kaderli nach. Er ist Geschäftsleiter der Robi-Spiel-Aktionen. «Wir hatten sicher kein gutes Jahr. Das liegt vor allem an der Corona-Situation», sagt er am Telefon. Aber: «Wir haben keine existenziellen Probleme.» Gewisse Abstriche hätten sie schon machen müssen, wie etwa einigen Mitarbeiter*innen zu kündigen und Kurzarbeit anzumelden. «Ausserdem haben wir Mietzinserlassungen beantragt.»

Einige Abteilungen sind momentan völlig stillgelegt: «Wir mussten uns von den Gastrobetrieben trennen und die Eventabteilung vollständig stillschalten», bedauert Kaderli. Dazu gehören unter anderem der «Märliwald»* auf dem Münsterplatz zur Weihnachtszeit.

«Ausserdem mussten wir eine unserer drei Ludotheken schliessen.» Aber keine Angst: Breit genutzte Angebote wie die Tagesstrukturen oder der Kinderestrich bleiben auch in Zukunft zu «100 Prozent» bestehen.

Die Robi-Zukunft ist (noch) ungewiss

Dieses Jahr gibt es also kein Zinngiessen, Lebkuchen-Schmücken und Kerzenziehen, während die Erwachsenen am Feuer Glühwein trinken. Das heisst für die Robi-Spiel-Aktionen: finanziell grosse Einbussen.

Wie geht es denn weiter, Herr Kaderli, welche Events kommen wieder zurück? «Wir werden dies frühzeitig kommunizieren», sagt der Robi-Geschäftsleiter. Es sei aber zu früh, etwas Definitives zu sagen.

Anders als die vorübergehende Stilllegung der Eventabteilung ist die Trennung von den Gastrobetriebe definitiv. Das «Pulpo» am Kleinbasler Rheinufer oder die Beiz auf der Kunsteisbahn Margarethen gehören nicht mehr zu Robi.

Laut Kaderli waren die Gastroangebote eine zusätzliche Einnahmequelle nebst den Beiträgen vom Kanton. Aber mit Corona ging das Geschäft nicht mehr auf.

Auch wir brauchen Spielgeld.

Hilfe für die Robi-Spiel-Aktionen kommt von Mitgliedern des Vereins: Am Freitag, 30. Oktober, wurde eine Petition eingereicht, die verhindern soll, dass die Kindertankstelle Oekolampad über den Winter schliessen muss. Gabi Stierli, Mitglied des Vereins, und andere Initiant*innen sammelten innerhalb von zwei Wochen über 600 Unterschriften.

«Gerade jetzt in diesen schwierigen Zeiten erfüllt die Kindertankstelle eine wichtige soziale Funktion im Quartier», sagt Gabi Stierli. Deshalb fordere die Petition finanzielle Unterstützung vom Kanton.

*Korrektur: In der ersten Version stand, zu der stillgelegten Eventabteilung gehöre unter anderem die Kinderferienstadt. Das ist falsch. Diese findet weiterhin statt.

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Valerie aka «Zeisi» hat als Praktikantin bei Bajour gestartet, dann ein Studium begonnen und arbeitet nun nebenbei als freie Journalistin bei der bz sowie bei Bajour als Briefing-Schreiberin. Sie ist während der Vorfasnachtszeit – laut ihr das ganze Jahr – schlecht erreichbar, ist aber ständig unterwegs.

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