Chienbäse FdT

Soll der Chienbäse abgesagt werden?

Beim traditionellen Chienbäse in Liestal steht das Feuer im Mittelpunkt: Ein Umzug mit zahlreichen brennenden Fackeln und Wagen zieht dann durchs Stedtli. In diesem Jahr könnte das Spektakel als pietätlos wahrgenommen werden, befürchtet SP-Stadträtin Pascale Meschberger – so kurz nach der Feuerkatastrophe in der Silvesternacht in Crans-Montana, bei der 40 Menschen ums Leben gekommen sind und mehr als 100 schwer verletzt wurden. Meschberger will deshalb im Stadtrat eine mögliche Absage diskutieren, berichtet das SRF-Regionaljournal. Auch sagt sie: Falls es zu einem Feuerunfall käme, wären die Schweizer Spitäler schon mit Brandopfern ausgelastet und würden womöglich an ihre Grenzen kommen. Den Sinn hinter einer Absage sieht dagegen Werner Fischer, Präsident der Interessengesellschaft Chienbäse und FDP-Einwohnerrat, «absolut nicht», sagt er der BaZ. Traditionen wie der Chienbäse würden der Bevölkerung Orientierung geben, findet er. Die Sicherheitsmassnahmen solle man trotzdem verbessern. In den kommenden Wochen wird der Stadtrat entscheiden, ob der Chienbäse wie geplant am 22. Februar stattfinden soll.

1856 Stimmen
Valerie Wendenburg
Valerie Wendenburg
Moderation
Top antworten
Panther
12. Januar 2026 um 11:55

Sicher nid

Es ist sehr tragisch, was passiert, richtig. Dass man besser darauf achtet und Vorkehrungen macht, das reicht doch. Und nun müssen alle daran glauben, aber was die Folgen sind, davon redet niemand, von Entlassungen bis zum Konkurs schliesst doch gleich alle Clubs und Veranstaltungen, dann wäre das Thema erledigt. Unglaublich.

Monika
12. Januar 2026 um 08:02

Kann man nicht vergleichen

Im Gegensatz zu Crans Montana, wo nicht geschultes Personal Pyrotechnik verwendete, geht es hier um Personen, die sich der Gefahr bewusst sind. Es ist Tradition und jeder geht entsprechend vorsichtig damit um. Man kann das eine mit dem anderen einfach nicht vergleichen. Pyrotechnik gehört nie in die Hände von ungeschulten Personen!

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André Reymond
13. Januar 2026 um 09:43

Verhältnismässigkeit und gesunder Menschenverstand

So individuell furchtbar und tragisch für die Betroffenen diese Katastrophe ist, so unverhältnismässig, um nicht zu sagen heuchlerisch (insbesondere von PolitikerInnenseite) ist meiner Ansicht nach nun die Diskussion um die Absage eines Traditionsanlasses mit oder ohne Feuer! ES GAB NIE UND GIBT AUCH HEUTE KEINEN ANSPRUCH AUF EIN 100% «SICHERES» LEBEN... auch nicht für uns wohlstands- und «rechtsstaat»-verwöhnte SchweizerInnen. Und auch mit Pietät hat diese Diskussion nichts zu tun... es stellt sich aber die Frage, warum wir glauben, dass unser schweizerisches Leben sooooo viel wertvoller/schützenswerter sein soll als dasjenige der PalästinenserInnen, Ukrainer/innen, Favela-BewohnerInnen etc. etc. etc. die eben dieses Leben seit Jahrzehnten vor unseren Augen im Sekundentakt durch Menschenhand verlieren! Das wäre eher eine «Pietäts»-Diskussion wert!

K.
12. Januar 2026 um 05:05

Ich finde es auf Grund der zeitlichen Nähe es unangebracht die Feierlichkeit in diesem Ausmass durchzuführen. Vielleicht kann man es anders gestalten.

Mütze Kopie 2
Mathis Reichel
Pensioniert, Musiker, Tänzer

Alle Discos schliessen?

Es ist tragisch, was passiert ist. Die Betroffenen werden ein Leben lang daran zu nagen haben. Was die Gesellschaft daraus macht, steht auf einem anderen Papier. Nun mischt sich die Politik ein, das nennt man Instrumentalisierung. Die Saubermänner und Sauberfrauen wollen nun die Schweiz säubern. Dazu müsste man heute sämtliche Discos und generell alle öffentlichen Räume schliessen und erst nach einer feuerpolizeilichen Kontrolle wieder bewilligen. Leider läuft das Leben anders: Es wird wieder passieren, genauso wie es weiterhin auch tödliche Autounfälle geben wird. Wir können die Tragödie nicht aus unserem Leben verbannen, es wird weitere Schweizerhallen geben. Bleibt die Ethik. Das muss jeder für sich beantworten, nicht die Politik. Traditionen wie Rituale sind Anker im gesellschaftlichen Leben, an denen sollte man nicht rütteln. Covid hat die Fasnacht verhindert. Dieses Ausmass haben wir mit Crans-Montana nicht erreicht. Also: Ja zum Chienbäse.

Erna Dudensing
12. Januar 2026 um 10:44

Es hat adäquate Sicherheitsmassnahmen

Es kommt ja darauf an wie man mit Feuer umgeht. Bei dem Unfall ging es ja um fahrlässigen Umgang mit Feuer in einem geschlossenen Raum. Der Chienbäse ist draussen und es hat adäquate Sicherheitsmassnahmen. Es ist sehr, sehr tragisch und traurig was passiert ist. Und doch passieren Tragödien immer wieder. So gibt es zum Beispiel jährlich viele Todesopfer durch Autounfälle und doch verbieten wir ja das Autofahren nicht.

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Florian Suter
Hausarzt im Ruhestand

Frage der Pietät

Für mich ist das eine Frage der Pietät. Ich finde es unpassend, keine zwei Monate nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana einen Anlass wie das Chienbäse durchzuführen. Dabei geht es meines Erachtens nicht um Sicherheitsfragen (obwohl ich sehr daran zweifle, dass heutzutage ein Anlass wie das Chienbäse, sofern neu geplant, feuerpolizeilich bewilligt würde). Es ist vielmehr eine persönliche Frage, an der sich sicher die Geister scheiden werden (meine Einschätzung habe ich hiermit kundgetan).

Sarah
13. Januar 2026 um 16:13

Es gibt keinen Plan B

Die Gesundheitsversorgung für Brandopfer ist im Moment nicht mehr gewährleistet. Sobald jemand zB Verbrennungen im Gesicht hat, sollte die Person nicht auf eine normale Intensivstation, sondern ins Verbrennungszentrum gebracht werden, und die sind schon hoffnungslos überfüllt. Ich persönlich möchte nicht an einen Anlass gehen, bei dem es gar keinen Plan B gibt.

Sam
13. Januar 2026 um 23:26

seid nett

Wenn ihr Angehöriger wärt und diese Disskusion lesen würdet, wie würdet ihr euch fühlen und was würdet ihr entscheiden wenn ihr für so viele Menschen bestimmen könntet?

Ramona
12. Januar 2026 um 17:04

Gemischte Gefühle

Ich persönlich wohne nicht in Liestal und kann das nur aus der Ferne beurteilen. Der Vorfall von Crans-Montana hinterliess bei mir einen grossen Schrecken und eine grosse Trauer um die vielen jungen Menschen. Natürlich kann man das organisierte Feuer in einer Grossveranstaltung nicht mit einem "Unfall" vergleichen, doch das Feuer zelebrieren, finde ich irgendwie in der jetzigen Zeit nicht angebracht. Es löst bei mir gemischte Gefühle aus und ich persönlich würde dort nicht hingehen, auch weil ich nun umso mehr Respekt vor dem Feuer gewonnen habe. Wenn ich in Liestal wohnen würde, würde ich vermutlich mehr an den gesellschaftlichen Aspekt denken. Tradition ist wichtig für die Freude und den Zusammenhalt. Es ist eine schwierige Entscheidung.

Ueli
12. Januar 2026 um 08:31

Trauerkraft

In der Politik gehe ich davon aus, dass meist einzig im Kleinen etwas Grosses möglich ist. Also engagiere ich mich für kleine Änderungen im Grossen und freue mich, wenn es gelingt. Und wenn nicht: Soll ich dann den Fehler bei mir suchen und mich schämen, weil ich falsch bin? Oder soll ich wütend werden über die Dummen, die es nicht besser wissen wollen? Oder soll ich es fürchterlich finden und Angst haben, weil ich nicht weiter weiss? Oder soll ich mich mit der Illusion erschöpfen, es wäre schon noch zu schaffen: ich und/oder andere müsste/n es nur richtig machen? Dabei ist es vielleicht schlicht und einfach so, dass und weil die Welt nicht so ist, wie ich sie mir denke und haben möchte. Dies bewusst zu akzeptieren, kann mit Trauer und Loslassen verbunden sein. Die Schattenkraft von Trauer ist Resignation: wo Trauer ist, möge Liebe werden. Trauer ist eine Gefühlskraft von grosser Tiefe, Weite und Weisheit.

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