Was hältst du von den Brandschutzmassnahmen an der Fasnacht?
Seit der Feuerkatastrophe in Crans-Montana, bei der 40 Menschen ums Leben kamen und 116 weitere schwer verletzt wurden, wird schweizweit über Brandschutz diskutiert. In Basel stehen vor allem die engen Cliquenkeller bei der Fasnacht im Fokus. Die Basler Regierung hat nun ein Massnahmenpaket vorgestellt, wie eine sichere Fasnacht stattfinden soll. So werden alle 70 Cliquenkeller vor der Fasnacht von der Feuerpolizei kontrolliert. Neu gibt es auch ein Feuerverbot in den Kellern. Zudem sollen die sowieso geltenden Regeln – Personenbeschränkungen von 50 oder 100 Personen, Fluchtwege – während der Fasnacht stichprobenartig kontrolliert werden. Die Cliquen müssen also beispielsweise Reservationssysteme oder Türsteher*innen einführen, wie Veronika Röthlisberger von der Basler Gebäudeversicherung zu Bajour sagt.
Sicherheit geht vor!
Als Tochter eines Laternenmalers liegen mir diese Kunstwerke am Herzen. Dennoch müssen wir die Lehren aus den furchtbaren Vorkommnissen von Crans-Montana ziehen - kompromisslos. Da die Fasnacht als Grossanlass vor der Tür steht, ist es logisch, dass hier begonnen wird - aber selbstverständlich nicht aufgehört. Es muss weitergehen mit allen Lokalen. Wie in anderen Kantonen sollte zudem auch der Irrsinn mit Pyros indoor künftig untersagt werden. Ich bin zuversichtlich, dass am Rand der Leinwände der Ladäärne ein Stück entnommen werden kann, um den Brandtest durchzuführen, ohne dass die Werke zerstört werden.
Leider sind Laternen meistens brennbar, sowie die meisten Larven auch. Muss jetzt in kürzerster Zeit alles rausgerissen werden? Die Arbeiten für eine Clique, auch für deren Keller, sind freiwillig, werden neben dem Berufsleben durchgeführt. Da reicht die Zeit einfach nicht. Etwas Augenmass ist hier sehr wichtig. Auch die Ämter haben hier etwas verschlafen und sollten das nun nicht einfach den Fasnächtler aufdrücken. Wird denn jede Beiz kontrolliert, jedes Fasnachtsbändeli abgenommen? Antike Laternen zerschneiden ist schon etwas heftig. Vielleicht ein strenges, vor allem kontrolliertes Rauch- und Feuerverbot.