Wie mit Care-Arbeit umgehen?
Betreuung, Pflege und Hausarbeit für Familie und Angehörige: Care-Arbeit ist essentiell für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft. Doch was ist sie wert? Der Kanton Basel-Stadt stellte am Donnerstag ein Online-Tool vor, mit dem sich der finanzielle Betrag unbezahlter Arbeit berechnen lässt: ein sogenannter Care-Tracker. Der Tracker zeigt z. B. , dass im Jahr 2020 unbezahlte Haus- und Familienarbeit im Wert von 9,5 Milliarden Franken geleistet wurde. Und zwar mehrheitlich von Frauen. Sie leisten fast doppelt so viel Sorgearbeit wie Männer. Deshalb wirbt der Kanton beim Care-Tracker auch mit dem Thema Gleichstellung. Er soll Paaren «eine Grundlage liefern, um über die jeweilige Aufteilung zu sprechen und einseitiger Überbelastung vorzubeugen». Aber reicht das? Müssten nicht vielmehr die strukturellen Probleme angegangen werden, statt sich Altbekanntes mit einem weiteren Messinstrument bestätigen zu lassen?