Worauf muss sich die SRG nun fokussieren?
Die Schweiz sagt Nein: Am gestrigen Abstimmungssonntag wurde die Initiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» abgelehnt. Die SRG muss also nicht noch mehr sparen, als die beschlossenen Gebührensenkungen des Bundesrats ohnehin schon vorgeben und bleibt damit zentral für unabhängige Informationen, Bildung und Kultur. Gleichzeitig wächst der Druck, effizienter zu arbeiten und auch die Kritik an einer angeblich einseitigen Themenauswahl und die Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung gegenüber anderen Medien in der Schweiz wird weiter diskutiert werden. Und so könnte dies nicht der letzte Angriff auf die SRG gewesen sein, wenn sich das Medienhaus nicht umstrukturiert. Wir fragen deshalb: Worauf muss sich die SRG jetzt fokussieren?
Integration zwischen Sprachen
Woher die Idee stammt, die SRG (oder SRF) sei politisch nicht ausgewogen, ist mir völlig unklar. Die Berichterstattung ist kaum parteiisch. Ausserdem sollte eine Redaktion frei Themen auswählen dürfen, sonst entsteht ein zensiertes oder programmatisches Staatsmedium. Viel eher notwendig und produktiv, ist eine operationelle Integration der SRF, RTS, RSI und RTR. Heute baut jede eigene Apps, die Websites sind unterschiedlich und es werden kaum Beiträge aus anderen Sprachräumen ausgestrahlt. Wenn man von nationaler Kohäsion reden möchte, gibt es da wirklich Sachen zu machen.
Habe auf "Schlanke Strukturen" geklickt da der relevanteste Fokus fehlt: guter Journalismus!
Ich finde die zur Auswahl stehenden Optionen komisch.
Was mit «Einigung mit den Verlagen» gemeint ist, ist mir unklar?
Und was soll «Politische Ausgewogenheit» (welches hier am meisten Stimmen erhält was ich bedenklich finde)? Journalismus hat Fakten darzustellen unabhängig ob die Fakten dem «linken» oder dem «rechten» politischen Lager nicht passen. Wenn ein Medium z.b. über den mensch-gemachten Klimawandel berichtet, ist das Medium wegen dem nicht «links» nur weil das ein paar korrupten, antidemokratische, von der Erdöl Lobby bezahlte Politiker (wir wissen von welchem Gloon Club ich spreche) nicht passt.
SRG als Institution unserer Demokratie
Die Abstimmung hat deutlich gezeigt, wie vielen Menschen die SRG als Institution unserer Demokratie wichtig ist. Dazu braucht sie die notwendigen Ressourcen. Das ist Mandat aus der Abstimmung - und alles andere ist undemokratisches Geschwurbel - insbesondere auch des Medien-Bundesrates.
Politische Ausgewogenheit…
… heißt nicht, Opfer (zb Palästina) und genozidalen Täter (Israel) gleichermaßen zu berücksichtigen. Das wäre, wie wenn man betreffend der Nazizeit Hitler und seinen Anhängern und deren Propaganda den gleichen würdigenden Raum gäbe wie seinen Opfern.
Strukturanpassung sorgsam vollziehen
Was mich auch an der Fragestellung hier wieder überrascht: Wie konnte sich das SVP-Narrativ der angeblich unausgewogenen journalistischen Arbeit der SRG-Programme festsetzen? Das Forschungszentrum für Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) der Universität Zürich evaluiert die Ausgewogenheit der Medien regelmässig, die Programme der SRG sind ausgewogen. Das verlangt ja auch der Auftrag, dem das Medienhaus auch weiterhin nachkommen muss. Die SRG steckt in einer umfassenden Transformation, es wird uns allen noch weh tun – ausser Bundesrat Rösti sieht nach der Klatsche von gestern ein, dass er auf die Kürzungen vielleicht doch verzichten sollte. Das Überdenken und der über die Jahre gewachsenen Strukturen wird aber sicher auch Gutes mit sich bringen. Sorgsamkeit ist geboten! Von den Initiant:innen wünsche ich mir nun Akzeptanz des Ergebnisses – ein nächster Angriff wäre auch undemokratisch.
Ich habe mit ja gestimmt weil ich die Löhne der Geschäftsleitung als exorbitant hoch finde da die keinerlei Risiko tragen müssen. Dies hat weder mit rechts noch mit links zu tun.
Mein Wunsch
Ich wünsche mir eine sowohl souveräne als auch eine weltoffene Schweiz, und folglich eine SRG, die diesem Profil entspricht.
Vielfalt und weniger Werbung u.Copy/Paste Formate aus den USA!