«Junge Streetwear hat im Gundeli noch gefehlt»

Anfang Jahr haben zwei Studenten unweit des Tellplatzes einen Secondhand-Shop aufgemacht. Er lockt sowohl Schüler*innen aus Basel als auch junge Kund*innen aus dem Ausland an.

2ha Gian
Gian Baier hat den Laden «2ha» zusammen mit einem Freund gegründet. (Bild: Michelle Isler)

Im Gundeli fehlt es nicht an Secondhand-Läden. Trotzdem haben die beiden Studenten Lino und Gian im März in einer ruhigen Quartierstrasse unweit vom Tellplatz einen Shop mit Kleidern aus zweiter Hand eröffnet. Daher auch der Name «2ha». Co-Inhaber Gian zeigt sich zufrieden mit der Nachfrage – zumindest an diesem Samstagnachmittag sieht man sie auch im Geschäft. Die Umkleide ist gerade besetzt, drei junge Männer blättern durch Jeans und Shirts im vorderen Teil des Ladens, ein weiteres kleines Grüppchen kommt zur Tür rein. 

Der Grund, wieso ihr Laden gut ankommt, sieht Gian in ihrem Konzept, das es in den bestehenden Secondhand-Angeboten im Quartier noch nicht gegeben habe: «Es ist alles handpicked von uns», sagt er und zeigt auf die gefüllten Kleiderständer. «Wir setzen auf die sportliche und junge Streetwear, das hat im Gundeli noch gefehlt.» Es sind hauptsächlich junge Männer, die hier Markenkleider kaufen. Es sei aber geplant, das Sortiment künftig noch auszubauen und den Anteil von Kleidern für Frauen zu erhöhen. 

Gestartet hat der Laden 2021 mit einem Onlineshop. «Wir haben dann gesehen, die Nachfrage ist da und es lief gut.» Doch der Nachteil am Onlineshop: Die Kund*innen können die Kleider nicht anprobieren. So hätten sie sich dann entschieden, Anfang 2025 auch einen physischen Shop zu eröffnen.

2ha Laden
Alle Stücke hier sind «handpicked». (Bild: Michelle Isler)

Weil die beiden all die Kleidungsstücke selber auswählen, steckt der grösste Aufwand in den Arbeiten ausserhalb der Ladenöffnungszeiten: «Wir haben verschiedene Lieferanten aus Europa und Asien hauptsächlich», erklärt Gian. «Es ist aufwändig, bei ihnen alles durchzuschauen, Sachen auszuwählen, diese zu bestellen, hier zu etikettieren und ins System aufzunehmen und so weiter.» Dazu kommt noch die Social-Media-Arbeit: Ihr Shop hat mittlerweile knapp 20’000 Follower*innen auf Instagram. Durch ihre Präsenz dort und auf Tiktok hat «2ha» eine Reichweite, mit der sie auch Kund*innen von weiter weg erreichen.

Der grösste Vorteil der Lage ist für die beiden denn auch die Nähe zum Bahnhof: «Unsere Kunden kommen nicht nur aus dem Quartier und aus Basel, sondern auch aus Deutschland oder Frankreich hierher», sagt Gian. Der Grund für die Eröffnung des Ladens im Gundeli ist aber nicht primär ein strategischer. Die beiden Studenten sind im Gundeli aufgewachsen. «Für uns ist das Gundeli ein Zuhause. Und zu Hause ist es am Schönsten», sagt Gian lachend. 

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Das ist Michelle (sie/ihr):

Nach einem Masterstudium in Geisteswissenschaften und verschiedenen Wissenschafts- und Kommunikations-Jobs ist Michelle bei Bajour im Journalismus angekommen: Zuerst als Praktikantin, dann als erste Bajour-Trainee (whoop whoop!) und heute als Redaktorin schreibt sie Porträts mit viel Gespür für ihr Gegenüber und zieht für Reportagen durch die Gassen. Michelle hat das Basler Gewerbe im Blick und vergräbt sich auch gern mal in grössere Recherchen.

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