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Gärngschee-Solidarität

Wünscht euch was!

Bajour spielt Christkind: Zur Adventszeit wollen wir gemeinsam mit unseren Leser*innen die Wünsche von Basler*innen erfüllen, die sich keine grossen Geschenke leisten können.

11/20/20, 03:29 AM

Aktualisiert 12/07/20, 03:36 PM

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Jedes Jahr werden an Heiligabend in Basel Tausende Päckchen geöffnet. Das gehört zu Weihnachten dazu. Aber nicht für alle. Manche Menschen können sich aufgrund ihrer finanziellen Situation keine Geschenke leisten. Deshalb aktivieren wir in der Adventszeit die Gärngschee-Community und starten eine Wunschzettel-Aktion

Das Vorgehen ist simpel: Basler*innen, die auf Geschenk-Hilfe angewiesen sind, melden sich bei uns mit ihren Wünschen. Menschen, die gerne helfen würden, ebenso.

Links der Wunschzettel von Verena Wertli, rechts der Wunschzettel von René Burger.

Links der Wunschzettel von Verena Wertli, rechts der Wunschzettel von René Burger.

René Burger, Verena Wertli und Michel Chatelain aus Basel machen mit bei der Wunschzettel-Aktion. Aus eigener Tasche können sie ihre Weihnachtswünsche nicht erfüllen. In Telefonaten haben sie mir erklärt, warum:

«Ich habe Vorerkrankungen und meine Medikamente werden nicht von der Krankenkasse übernommen», sagt René Burger. Im Moment brauche er noch mehr Medikamente als sonst: «Das reisst ein ganz schönes Loch ins Portemonnaie.» Er wünscht sich unter anderem, seine Eltern regelmässiger besuchen zu können, aber die wohnen im Berner Oberland. «Meinen Eltern geht es gesundheitlich immer schlechter. Ich habe zwar telefonisch regelmässig Kontakt zu ihnen, aber es wäre mir ein Anliegen, sie öfter persönlich besuchen zu können.» Da er sich Reisen eigentlich nicht leisten kann, hofft er auf Unterstützung von der Gärngschee-Community. 

«Durch die Maske bin ich noch mehr isoliert.»

Verena Wertli

Verena Wertli kämpft mit der aktuellen Situation wegen des Coronavirus. Der Virus löse neue Ängste aus, zusätzlich zu ihren vorherigen. «Wegen der Ängste sollte ich eigentlich regelmässig raus, das ist im Moment aber schwierig.» Auch Masken anzuziehen bereitet ihr Schwierigkeiten: «Ich habe immer das Gefühl, ich bekomme keine Luft mehr.» Ausserdem führe die Maske durch die fehlende Mimik dazu, dass sie sich noch distanzierter fühlt. «Ich habe sonst schon wenig Kontakt zu anderen Menschen, durch die Masken bin ich noch mehr isoliert.» In die Stadt, die Apotheke oder zum Einkaufen gehe sie kaum mehr. 

Was Verena in diesen Zeiten Freude bereitet, ist das Lesen. Eigentlich bräuchte sie für das schon seit Längerem neue Brillengläser, die sie sich aber nicht leisten kann. Also wendet sie sich an Gärngschee: «Das wäre für mich ein Traum, wieder besser zu sehen und dadurch wieder Bücher lesen zu können.» Ausserdem wünscht sie sich, dass sie für einmal unbeschwert die Pflegeprodukte, die sie für ihre Psoriasis (Schuppenflechte) und ihre empfindliche Haut braucht, in der Apotheke kaufen kann.

«Für Geschenke ist das Geld erst recht knapp.»

Michel Chatelain

Michel Chatelain hatte in seinem Leben viele Schicksalsschläge. 2014 bekam er die Diagnose Krebs, ein Jahr später folgte ein Schlaganfall und ein epileptischer Anfall. Die nächsten zwei Jahre musste er Antibiotika nehmen und und sich den linken Lungenflügel entfernen lassen. 

Heute ist er IV-Bezüger. Für ihn und seine zwei Töchter von neun und elf Jahren sei das Geld so schon knapp, «für Geschenke erst recht.» Deshalb würde es ihm sehr viel bedeuten, wenn dieser Wunschzettel in Erfüllung ginge:

Er wünscht sich ein Velo für seine ältere Tochter – deren altes ging vor Kurzem kaputt – und für seine jüngere Tochter einen neuen Puppenwagen. Da er seit dem Schlaganfall nicht mehr schreiben kann, hat uns sein Wunschzettel per E-Mail erreicht. Ausserdem würden Migros oder Coop Gutscheine seine Weihnachtszeit sehr erleichtern.

Jetzt seid ihr gefragt:

Ist das Geld knapp und ihr wärt froh um einen Wichtel, der euch einen Wunsch erfüllt? Dann könnt ihr wie folgt vorgehen:

Schreibt (handschriftlich) oder gestaltet einen Wunschzettel, unterschreibt ihn mit eurem Namen oder einem Pseudonym und mit eurer E-Mail-Adresse. Schaut, dass es möglichst einfach zu erfüllende Wünsche sind, also nicht zu gross und möglichst konkret. Wenn ihr zum Beispiel von einem bestimmten Geschäft Gutscheine wollt, schreibt wie Spender*innen sie bekommen können. Danach habt ihr drei Möglichkeiten:

  • Werft den Wunschzettel in die Wunsch-Box in der Markthalle - gegenüber dem Café Finkmüller - , dem Stadtteilsekretariat Klybeck - Klybeckstrasse 61 - , oder beim Familienzentrum Gundeli an der Dornacherstrasse 195 im Café ein.
  • Oder werft den Zettel beim goldenen Bajour-Briefkasten in der Clarastrasse 10 ein
  • Oder macht mit eurem Handy ein Foto davon und schickt den Zettel per Mail an gaerngschee@bajour.ch 
  • Die Wunschzettel-Einreiche-Frist endet am 6. Dezember. Ab dem 1. Dezember seht ihr hier, ob euer Wunsch erfüllt wurde.

Alle eingegangenen Wunschzettel bekommen eine Nummer und werden auf der Gärngschee-Website hochgeladen.

Ihr würdet gern einen Wunsch erfüllen? Hier findet ihr die Liste der bisher eingegangenen Wunschzettel, darunter auch die vollständigen von Verena Wertli, Michel Chatelain und René Burger. Wünsche erfüllen könnt ihr ab dem 1. bis 21. Dezember. 

Die gespendeten Geschenke kommen unter den Weihnachtsbaum im Bajour-Büro und können Montag und Freitag, 1. Dezember bis 14. Dezember, von 16:00 bis 19:00 abgeholt werden. Wir bitten euch, beim abholen die geltenden Hygieneregeln einzuhalten: bitte Abstand halten und Maske tragen.

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