Keine Nachwuchsprobleme und Klima ist Trumpf

Es dauert noch 16 Tage und ein bisschen, bis die Basler Fasnacht beginnt. Zu diesem Zeitpunkt gibt es vom Fasnachts-Comité, der IG und der FG Gugge sowie den Schnitzelbangg-Gesellschaften immer ein tüchtiges Informationspaket zu den drey (oder muss es jetzt «drei» heissen) scheenschte Dääg im Basler Kalender.

Rädäbäng 2024
(Quelle: Christian Platz)

Es ist einer der meistbesuchten Medienanlässe des Basler Jahres, wenn das Comité die Fasnachtsbombe platzen lässt, zusammen mit den beiden Gugge-Verbänden und den acht Schnitzelbangg-Organisationen. Dieses Jahr ging der Anlass im Marionettentheater am Münsterplatz über die Bühne, einem Ort, der ja für seine grossartigen Vorfasnachts- und Fasnachtsbeiträge bekannt ist. 

Heute hängen die Akteure im Zehntenkeller nicht an sichtbaren Fäden. Vielmehr sind es unsichtbare Fäden, die sich hier verbinden. Jene nämlich, die sorgsam verknüpft werden müssen, auf dass die offizielle Fasnacht entsteht, neben der ja bekanntlich auch noch eine wilde Szene besteht, die fast genauso gross ist. 

55 Mal Klima

Um es gleich vorwegzunehmen, das Hauptsujet der diesjährigen Fasnacht kann unter dem Obergriff Klima zusammengefast werden: Klimawandel, Klimakleber, Stadtklima, schattenlose Hitzetage, Energieeffizienz usw. Ganze 55 Einheiten setzen sich mit diesem heissen Themenkreis auseinander.

Fasnacht
Das Klima-Sujet ist auch dieses Jahr wieder ganz vorne. (Quelle: Charles Habib)

33 Einheiten befassen sich mit unserer schönen neuen Onlinewelt: Künstliche Intelligenz, Fake News, Soziale Medien machen sich auch an der Fasnacht breit. Weitere beliebte Sujets sind das Zolli-Jubeljahr, Gender, Diversität und LGBTQ, Barbie, Adie Kiechli und die Schliessung des Hotel Basel. Comité-Obmaa Robi Schärz: «Diese Inhalte konnten wir aus den teilweise kryptischen Einträgen der Fasnachtseinheiten im Fasnachtsführer Rädäbäng herauslesen.» Letzterer kommt nun offiziell in den Verkauf. Stückpreis: 8 Franken. 

Über 200 Fasnachtskinder mehr

Während den dunklen Coronatagen wurde für den Fasnachtsnachwuchs das Schlimmste befürchtet. Dazu gibt es nun aber gute Nachrichten, die Zahl der angemeldeten Fasnachtseinheiten ist leicht gestiegen. Das Total der angemeldeten Aktiven betrug letztes Jahr 10'937, dieses Jahr sind es 11’147. 

Bei den jungen Garden sind nun 1944 Kids aktiv, über 200 mehr als letztes Jahr. Die Bemühungen des Comités und anderer Organisationen in dieser Sache zeigen Wirkung, etwa die Aktion, zusammen mit der GGG ermöglicht, bei der alle Erstklässler*innen in BS eine kupfrige Blaggedde und eine Postkarte von der Frau Fasnacht erhalten. Auch die IG und die FG Gugge müssen sich nicht über Personalmangel beklagen, Basels einzige Kinder-Gugge hat ebenfalls regen Zulauf. 

Basler Fasnacht Mittwoch
Nachwuchsprobleme? Nö! (Quelle: Charles Habib)

Ansonsten geht alles wie gewohnt über die Bühne, vom Morgestraich (am 19. Februar), bis zum Ändstraich, vom Cortège bis zu den Gugge-Konzerten und dem Sternmarsch, der ihnen vorausgeht, von der Ladäärne-Usstellig bis zur Wagen– und Requisitenusstellig.

Über 90 Schnitzelbängg

Die acht Herren, die die Basler Schnitzelbankvereinigungen vertreten, nehmen nun auf der Bühne Platz. Es braucht so viele, weil die grosse Zahl der angemeldeten Bängg von einer Organisation logistisch schlicht nicht mehr gestemmt werden könnte, es sind über 90 an der Zahl. 

D Comité Schnitzelbängg, d Basler Schnitzelbangg Gsellschaft BSG, die Verainigty Schnitzelbank Gsellschaft Basel 1906, d Bebbi Bängg, s Comité 2014, d Basler Schnitzelbangg Gsellschaft BSG, d IG WuF und d Bängg fir Basel bespielen unzählige Säle und Beizen, während der Vorfasnacht, der Fasnacht und sogar noch nach der Fasnacht. Eine ungeheure Leistung. Es lohnt sich übrigens, diese Organisationen auch virtuell aufzusuchen, denn sie bieten teilweise wirklich interessante Online-Beiträge an. 

«Drey»

Über die neuen Fasnachts-Anstandsregeln des Comité wurde nicht mehr diskutiert. Wohl aber kurz über die Einführung der Schreibweise die drei scheenschte Dääg, welche nun die drey scheenschte Dääg ersetzt, offiziell wenigsten.

Obmaa Schärz will sich dazu nicht auf die Äste hinauslassen, es gebe in dieser Sache weitaus grössere Experten als ihn, auch die vielen Dialekt-Wörterbücher seien sich in diesem Punkt nicht einig. Wir nehmen die Entscheidung gerne hin – und schreiben, wenn wir gerade wollen weiterhin: «Drey».

Fasnachtsbriefing
Fasnachts-Briefing

Du willst rund ums Jahr übers fasnächtliche Geschehen informiert sein, ohne alle Zeitungen und Online-Portale zu lesen? Unser Fasnachtsbriefing nimmt dir diese Aufgabe ab. Pia Inderbitzin, Jo Vergeat und Christian Platz schicken dir monatlich und rund um die Fasnacht auch häufiger die wichtigsten Fasnachts-News per E-Mail zu.

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