Erste Klasse abschaffen?
Die erste Klasse in den SBB-Zügen wird zum Politikum: Eine Petition der Jugendorganisation des Verkehrsclubs Schweiz (Jung VCS) fordert die Abschaffung der ersten Klasse. Argumentiert wird damit, dass dadurch die Kapazitäten erweitert werden, ohne dafür neue Züge anschaffen zu müssen – denn heute sei die Situation oft so, dass die zweite Klasse in Zügen zu Stosszeiten so voll sei, dass man keinen Platz finde, während in der ersten Klasse «gähnende Leere» herrsche. Der Jung VCS verbindet das noch mit Argumenten für soziale Gerechtigkeit («jede*r hat Recht auf guten ÖV, nicht nur jene mit mehr Geld») und Klimaschutz (der ÖV würde mehr anstatt des Autos genutzt, wenn er nicht so gestopft voll wäre). Letzteres stellt Journalist Madeleine Siegrist in einem Pro-Contra-Artikel bei Watson infrage – vielmehr würden mehr heutige 1.-Klasse-Abo-Abonnent*innen wieder auf das Auto umsteigen, wenn sie auf sichere Ruhe und Platz im Zug verzichten müssten.
Verhalten der Reisenden
Wer bereit ist für mehr Privatsphäre und Komfort einen Aufpreis zu bezahlen, soll diese Möglichkeit auch haben. Das Problem in der 2. Klasse ist eher, dass die Leute in vollen Zügen mit ihren Taschen den Nebensitz quasi „blockieren“ und hoffen, dass ja niemand auf den Gedanken kommt, sie zu fragen, ob der Sitz noch frei wäre. Solche Leute sollten dann besser den Aufpreis für die 1. Klasse bezahlen.
Die 1. Klasse ist kein Luxus – sie ist ein mobiles Büro mit Schienenanschluss.
1.-Klasse-Fahrgäste zahlen beträchtlich an den ÖV. Davon profitieren auch Personen, die 2. Klasse reisen.
Klassenkampf absurdum
Da sind definitiv Anfänger am Werk. Wenn alle Anrecht auf einen guten Service Transport haben sollen, dann schaffen wir die 2. Klasse ab.
Umdenken
Besser wäre das Recht, die 1. Klasse zu nutzen, wenn die 2. Klasse voll ist.
Neiddebatte
Sorry, nix Anderes ist es. Müssen wir auch 4 oder 5 Sterne-Hotels abschaffen und gegessen wird nur noch an Foodständen, nicht mehr in schönen Restaurants? Es gibt Leute, die sind bereit dafür, mehr zu bezahlen wenn sie dafür ihre Ruhe haben, arbeiten können, und etwas mehr Platz. Der Aufpreis für 1.Klasse ist enorm (+66%). Und wer will, hat auch in der 2.Klasse Platz. Taschen auf Nebensitzen oder einfach die Wagen vorne oder hinten am Zug statt in der Mitte wo Alle reindrängen sind da geeignete Stichworte.
Wie lange wohl eine Mehrheit noch eine 1. und 2. Klasse will?
Dass es beim Mit-der-Bahn-fahren eine 1. und 2. Klasse gibt, hat mit dem Jahrtausende alten Muster zu tun, dass es immer ein Oben und ein Unten geben muss: und alles ist klar, aber nicht für alle wunderbar. Von letzterem sind wir noch viel weiter entfernt, als eine Mehrheit es wahrhaben kann und will.
Ja, keine Klassengesellschaft im 21. Jahrhundert
Es ist wirklich stossend, volle Abteile in der 2. Klasse vorzufinden, währenddessen in der 1. Klasse haufenweise leere Sitze vorhanden sind. Für mich zählt auch die Querfinanzierung durch Mehrzahlenden in der First Class nicht. Der öffentliche Verkehr ist aus ökologischer Sicht zu fördern, ohne Klassenunterschiede!
Ruheabteile schaffen
Eine gute Idee, dafür könnte die SBB Ruhe-Waggons einführen für die Pendler, die arbeiten.
erste klasse für alle
aber nicht so unbequem wie jetzt! wiederhole: erste klasse für alle
Weniger 1. Klasse-Wagen
Die 1. Klasse hat seine Berechtigung, vor allem bei Stosszeiten. Dann arbeiten doch ein beträchtlicher Anteil der Reisenden, in beiden Klassen. Bei vielen Zügen ist die 1. Klasse jedoch überdimensioniert. Einige Erstklasswagen weniger würden mehr Plätze für die überfüllte 2. Klasse ermöglichen, ohne den Erstklasskomfort zu beeinträchtigen.