Ist Wohneigentum für Normalos noch erreichbar?

Ist Wohneigentum für Normalos noch erreichbar?

Wohneigentum können sich längst nicht alle in der Schweiz leisten. Laut einer Statistik der BKB erfüllen nur 2 von 100 Basler*innen zwischen 30 und 40 Jahren die Tragbarkeitskriterien für eine Eigentumswohnung, die 1,3 Millionen Franken kostet. Laut der Bank ist ein Hauskauf in Basel für mittelständische Familien «fast nur noch mit Erbvorbezug möglich». Gazmend Ismaili und Tobias Fringeli von der Immobilienberatung Immano sagen im Interview mit Bajour, dass die Kaufpreise viel stärker als die Löhne gestiegen seien – als «Normalverdiener» müsste man fast ein ganzes Leben sparen. Wenn man sich eine Immobilie leisten wolle, müsse man seine Finanzen schon in jungen Jahren überdenken. Anstatt früh auszuziehen, zu studieren und zu reisen, müsste man dafür Geld anlegen und ein Vermögen aufbauen. Auf Social Media versuchen sie, junge Leute zu sensibilisieren, was für den Hauskauf nötig ist – und erreichen mit ihren Videos bis zu 900’000 Klicks. Die beiden Basler sind überzeugt, dass der Wunsch nach Wohneigentum immer noch breit verbreitet ist – obwohl rund 80 Prozent der Basler*innen in Mietverhältnissen leben.

786 Stimmen
Valerie Wendenburg
Valerie Wendenburg
Moderation
Top antworten
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Ivo Balmer
SP Grossrat

Selbstgenutztes Wohneigentum: Privat und Kollektiv!

Dass sich Wohneigentum für breite Teile der Bevölkerung kaum mehr leisten lässt, ist das Resultat politischer Priorität und kein Naturgesetz. Der Verfassungsauftrag ist klar: Art. 108 BV verpflichtet, selbstgenutztes Wohneigentum sowie den gemeinnützigen Wohnungsbau zu fördern. Dieser Auftrag wurde über Jahre sträflich vernachlässigt – insbesondere von jenen bürgerlichen Parteien, die sich lieber um die renditeorientierten Wohnungsunternehmen kümmern als um die konkreten Wohnperspektiven der Menschen. Es ist höchste Zeit, dass Bewohner:innen ihren Wohnraum wieder selbst mitbesitzen können: im privaten selbstgenutzten Wohneigentum oder im kollektiven Eigentum der Genossenschaften. Das ist volkswirtschaftlich klug, weil so Überrenditen nicht über Mieten abfliessen, sondern Kaufkraft im Quartier bleibt. Wohnungen müssen wieder den Menschen gehören, die drin wohnen! Auch im Neubau. Lysbüchel Süd zeigt, dass dies möglich ist. Dieses Modell gilt es in neuen Arealentwicklungen zu wiederholen.

Laurent-BastA-lowres
Laurеnt Schüрbach
Vorstand BastA!

Erben fürs Wohnen

Wir haben zusammen mit JUSO eine Initiative zu diesem Thema lanciert und benötigen dringend noch Unterschriften. Nur noch Leute, die mehr als 500 000 CHF erben, können Wohneigentum erreichen. Es ist sehr unfair, dass diese Leute danach viel günstiger wohnen können als Normalos, die etwas auf dem freien Markt mieten müssen. Wir schlagen eine Erbschaftssteuer von 4 % ab einer halben Million vor. Ein Drittel des Geldes wird an gemeinnützige Wohnraumprojekte wie subventionierte Wohnungen oder Wohngenossenschaften gehen (siehe die Antworten von Ivo und Pascal). Bitte hilf uns, die letzten Unterschriften für "Erben fürs Wohnen" zu sammeln.

Pascal Pfister
Pascal Pfister
09. Februar 2026 um 15:42

Gemeinschaftliches Eigentum ist möglich

Für uns Normalos gibt es eine gute Alternative: Gemeinschaftliches (kollektives) Eigentum. Mitreden und demokratisch mitgestalten. Geteiltes Risiko. Und die Miete wird reinvestiert statt abgeschöpft. Bauen wir neue Genossenschaftshäuser und wandeln Mietshäuser in Genossenschaften um!

Ueli
10. Februar 2026 um 12:28

Warum ist das so?

In einer Demokratie nach Schweizer Art gilt politisch als normal, was eine Mehrheit will: Warum hat und will eine Mehrheit keinen Wohnbesitz?

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