Schulklasse verkleidet sich als Bajourletten
Die Schüler*innen der 6A in Kleinhüningen haben sich ein besonderes Kostüm für die Schulfasnacht ausgedacht. Sie wollen als Bajourletten gehen. Wir sind im Werkunterricht vorbeigegangen, um herauszufinden, was genau hinter der Idee steckt.
Es ist Ende der Morgenpause an einem Dienstag im Provisorium der Kleinhüninger Primarschule, und ein Kinderschwarm läuft den Flur entlang. Die Schüler*innen der Klasse 6A haben jetzt Werkunterricht und basteln an ihren Kostümen für die Schulfasnacht am 13. Februar. Sie wollen sich als Bajourletten verkleiden: rosarote Schlappen von Bajour mit der eigenen Postleitzahl darauf.
Die andere Halbklasse trägt die verkehrte Version. Am Umzug laufen sie in Zweierpärchen als 4057, die Postleitzahl der Schule.
Die Idee mit den Badeschlappen kommt ursprünglich von der Wasserschlacht 4056 vs. 4057 auf der Dreirosenbrücke. Bajour (mit Büro im Kleinbasel) hat 4057 passend ausgerüstet – mit Schlappen und passender Postleitzahl. Die Bajourletten waren so beliebt und stiessen auch in anderen Quartieren auf Interesse, dass man die Schlappen inzwischen mit jeder beliebigen Postleitzahl bei Bajour bestellen kann.
Der diesjährige Umzug ist für das Schulhaus eine spontane Angelegenheit, erklärt Klassenlehrer Amir Bauen. Die Kinder wurden auf seine rosa Finken mit der Postleitzahl 4057 während des Schullagers und im Schwimmunterricht aufmerksam. So entstand die Idee für das Kostüm.
Lange war unklar, ob eine Schulfasnacht dieses Jahr überhaupt möglich ist, weil das Schulsystem umstrukturiert wird. Deswegen war fürs Basteln wenig Zeit und das Kostüm wird eher abstrakt: keine überdimensionalen Schlappen, aber das Design ist mit Farbe und Postleitzahl an sie angelehnt.
Manchen Kindern ist das Kostüm zu abstrakt: «Einfach ein T-Shirt mit Nummer und so und noch Papuce tragen, ich fand es langweilig», sagt etwa Magdalena. Melina sieht es anders: «Für mi isch oke, dass es so isch», sagt sie. «D Postleitzahl het mi happy gmacht.»
Salifu hält nicht viel von Bajourletten, da sie ihm bis vor Kurzem noch unbekannt waren. Er freut sich aber über die Gelegenheit, interviewt zu werden. Den schwierigsten Teil am Basteln findet er, den Lehrpersonen beim Erklären zuzuhören. Für ihn ist klar: Auf seinen Bajourletten trägt er die Zahl seines Quartiers 4057. Das Schulkostüm würde er nicht an der Basler Fasnacht tragen: «Vilicht bin ich au in de Ferie.»
Die meisten aus der Halbklasse der 6A verkleiden sich an der Basler Fasnacht nicht gerne, weil sie das peinlich finden. Magdalena zum Beispiel sagt, sie wird lieber mit Räppli gestopft, als sich zu verkleiden. Latschen mit der eigenen Postleitzahl findet die 6A trotzdem cool.