Markus Eigenmann im Interview

«Ich stehe nicht für Stillstand. Im Gegenteil»

Er ist der glückliche Gewinner des zweiten Wahlgang: der neue FDP-Regierungsrat Markus Eigenmann. Im Interview spricht er über den intensiven Wahlkampf und seine Ambitionen im Bildungsbereich.

Markus Eigenmann - zweiter Wahlgang Wahlen Regierung Baselland 2025
Markus Eigenmann konnte den FDP-Sitz in der Regierung verteidigen. (Bild: Ernst Field)

Markus Eigenmann, Glückwunsch zur Wahl. Wie muss man sich den Moment vorstellen, als Ihnen klar wurde, dass sei nun Regierungsrat sind?

Grosse Erleichterung. Nach so einem intensiven Wahlkampf ist man natürlich angespannt und wartet auf das Resultat und ich war sehr erleichtert, insbesindere auch für alle jene Personen in meinem Umfeld, die mich unterstützt haben und die diese Kampagne während drei Monaten unterstützt haben. Für sie war es auch ein sehr schöner Moment. Wir konnten das Resultat im Kreis des Wahlkampfteams relativ abgeschirmt von äusseren Einflüssen entgegen nehmen und auch schon ein bisschen feiern. Die grosse Feier kommt heute Abend.

Caroline Mall von der SVP machte 13'000 Stimmen im ersten Wahlgang. Sie haben nun nicht 13'000 Stimmen mehr als Sabine Bucher. Hat die SVP zu wenig mobilisiert für den zweiten Wahlgang?

Nein, aus der SVP habe ich starke Unterstützung gespürt. Weil Sabine Bucher und ich von den inhaltlichen Haltungen doch relativ nahe beieinander lagen und wir das mittlere Spektrum eher abdecken, kann ich mir vorstellen, dass Polwählerinnen und Polwähler eher leer eingelegt oder jemand drittes gewählt haben.

Von Links hiess es, dass Ihre Wahl einen Stillstand in der Bildungspolitik bedeuten würde. Was kann man von Ihnen erwarten in der Bildungspolitik, sollten sie das Bildungsressort übernehmen?

Ich weiss nicht, woher der Vorwurf des Stillstandes kommt. Das sind wohl Leute, die mich nicht kennen. Ich bin nicht jemand, der für Stillstand steht in meiner politischen Arbeit. Im Gegenteil. Wir haben grosse Themen, die im Bildungsbereich anstehen. Das Sprachenkonzept wird man überarbeiten müssen, aber auch Fragen wie die Unifinanzierung oder die Ausbildung unserer Lehrerinnen und Lehrer, wo es auch Handlungsbedarf gibt. Das sind Themen, die wir angehen müssen. Insgesamt, glaube ich, ist die Direktion gut aufgestellt und ich freue mich sehr, wenn mir die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion zugeteilt wird. Das ist ja noch nicht fix.

Sie waren auf die Stimmen der SVP angewiesen. Bei der Unifinanzierung wird vonseiten der SVP recht Druck gemacht. Müssen Sie dem nun auch gerecht werden?

Das sind wichtige Stimmen natürlich. Wir müssen schauen, dass die Bedeutung der Universität für die Region breit bekannt ist und die Universität sich auch entsprechend präsentiert und erklärt, für was sie und das Umfeld der Uni steht. Die kritischen Stimmen muss man mitnehmen. Ich sehe natürlich auch, dass die Uni eine schmale Trägerschaft mit den Kantonen Basel-Stadt und Baselland hat und eigentlich würde sie eine breitere Trägerschaft verdienen. In diese Richtung muss man längerfristig wirken und versuchen, die Trägerschaft zu verbreitern, in dem andere Kantone dazu kommen. Schwierig, aber nichtsdestotrotz. Manchmal muss man sich auch schwierige Sachen auf die Agenda schreiben.

Ihre Familie ist auch da. Werden Sie sie nun weniger sehen in Zukunft?

Das ist schwierig abzuschätzen. Ich war bisher auch viel beruflich oder im Rahmen des Gemeindepräsidiums unterwegs. Meine Partnerin sagt einmal: «Schlimmer kann es nicht werden». Aber was sehr schön war, dass alle in meiner Familie die Kandidatur mitgetragen und sich gefreut haben. Meine Kinder waren beim ersten Wahlgang dabei und auch heute wieder. Das freut mich sehr.

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Das ist David (er/ihm):

Von Waldshut (Deutschland) den Rhein runter nach Basel treiben lassen. Used to be Journalismus-Student (ZHAW Winterthur) und Dauer-Praktikant (Lokalzeitungen am Hochrhein, taz in Berlin, Wissenschaftsmagazin higgs). Besonderes Augenmerk auf Klimapolitik, Wohnpolitik, Demopolitik und Politikpolitik. Way too many Anglizismen.

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