Rebers Gambit

Regierungsrats-Aus zugunsten der sportlichen Ambitionen?

Isaac Rebers Rücktritt überraschte die Region, über seine Gründe und den Zeitpunkt wurde viel diskutiert. Was steckt wirklich dahinter? Eine heisse Spur führte Bajour zum Schachclub Sissach. Eine heitere Sport-Recherche.

Isaac Reber Schachgott
Isaac Reber – neuer Schachgrossmeister? (Bild: Adobe, Regierungsrat Basel-Landschaft / Collage: Bajour)

Im Februar gab Isaac Reber seinen Rücktritt aus dem Regierungsrat bekannt – seiner Partei machte er damit nicht unbedingt einen Gefallen. Als Dienstältester im Amt und im Hinblick auf seinen 65. Geburtstag habe er sich dazu entschieden, seinen Posten zu räumen, wie er in der Landratssitzung verkündete. 

Während an Rebers Rücktrittsgründen sicherlich etwas dran ist, hat Bajour jedoch einen weiteren Grund aufgedeckt, warum er sich aus der Regierung zurückzieht: Schach! Seit Jahrzehnten ist Reber passionierter Schachspieler und wurde Anfang Jahr bei der Generalversammkung des Schachclubs Sissach als Vorstandsmitglied wiederholt bestätigt. War der Druck aus dem Schachclub zu hoch? Musste Reber seine Ressourcen zum Leidwesen des Regierungsrats bündeln? Wir wissen es nicht.

Vorbote des Rücktritts?

Reber wollte sich nicht zu seiner Schach-Zukunft äussern, zu beschäftigt sei er in den letzten sechs Monaten seiner Amtszeit. Dafür plauderte Hans Grob aus dem Nähkästchen. Rebers Kollege aus dem Vorstand des Schachclubs gewährte uns einen Einblick in die Seele des Schachspielers Reber.

Die beiden lernten sich vor über 50 Jahren kennen, als sie in den Schachclub eintraten. In den vergangenen Jahren sei Rebers Regierungsamt intern natürlich ein Thema gewesen, erzählt Grob, denn bei Clubabenden sei er seit seiner Wahl nur selten anzutreffen gewesen. Als Reber letztens dann überraschend doch mal wieder erschien, habe er sich von den Schachkollegen Anspielungen über seine allfällige Pension anhören müssen.

Was heute als leiser Vorbote seines Rücktrittes gesehen werden kann, wusste damals noch niemand. Obwohl Reber sogar selbst auf Facebook andeutete, bald wieder häufiger beim Schachclub vertreten zu sein: Auf der Facebookseite des Schachclubs kündigte er an, beim 2025 noch verpassten Santichlausen-Jassturnier dieses Jahr dabei zu sein! 

Kommentar Isaac Reber
Teasert Isaac Reber hier seinen Rücktritt an? (Bild: facebook.com)

Grob bezeichnet Reber als Schachspieler auf «solidem Niveau». Er bevorzuge Weiss im Spiel und wähle gerne die Sizilianische Verteidigung – eine besonders angriffslustige Strategie. Dies zeuge von Rebers Fähigkeiten «einer gewissen Sicherheit im Erkennen der Erfordernisse der Stellung, im Vorausrechnen, und, was viele nicht können: ein kalkuliertes Risiko eingehen können». Im Verein stehe die menschliche Komponente im Vordergrund, sagt uns Grob, «das Diskutieren des Lokalen und Politischen, das Kommentieren der Partien auf eine möglichst amüsante Weise». Der sportliche Ehrgeiz spielt in den geselligen Runden dann auch mal eine untergeordnete Rolle. Zurzeit würden sie deshalb auch nicht an Meisterschaften teilnehmen.

«Aktuell wissen wir noch nicht, wie Isaac sich mit der neuen Freiheit bezüglich unserem Verein verhalten wird», so Grob. Seine schwarz-weiss-karierte Zukunft ist also ungewiss. Darf sich der Schachclub Sissach vielleicht bald über seinen ersten Grossmeister freuen? Möglich wäre es.

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