Noch mehr Touris nach Basel locken?
Basel ist im Weihnachtsshopping-Boom. Tausende Menschen besuchten an diesem Wochenende erneut die Innenstadt. Nicht nur Basler*innen strömen aktuell in die Geschäfte und auf den Weihnachtsmarkt, es kommen immer mehr Tourist*innen nach Basel. Das Münster hat mit rücksichtslosen Weihnachtsmarkt-Besucher*innen zu kämpfen und daher Eingangskontrollen eingeführt. Basel hat über den ESC und die Women’s Euro ein Millionenpublikum erreicht und ist eine beliebte Reisedestination geworden. Tourismusdirektorin Letizia Elia sagt im Bajour-Interview, es zeichne sich ab, dass auch dieser Dezember ein sehr erfolgreicher touristischer Monat sein wird, «getragen von einem wachsenden Freizeittourismus».
Falsche Frage
Zu einer attraktiven Stadt gehört Tourismus. Ich finde es falsch, Tourismus gegen Lebensqualität auszuspielen. Und ausserdem: Touristen sind immer die Anderen, nicht wahr?
S isch nümm luschtig
Ich bin hier geboren und hab die meiste Zeit meines Lebens hier verbracht - und fühlte mich dieses Jahr nicht mehr wohl in Basel. Die Trams sind bald zu jeder Tageszeit brechend voll, die Strassen und Geschäfte auch. Natürlich jetzt grad ganz besonders mit dem scheints "zweitschönsten Weihnachtsmarkt der Welt". Es würde mich interessieren, wer das geniesst und wer davon profitiert. Für mich ist das Limit erreicht - ich habe begonnen, die Stadt zu meiden.
Wertschöpfung
Ja, was denn sonst hat man sich unter Wertschöpfung vorgestellt? Tourist*innen: her damit!
ÜBERVOLL
Wie passt Tourismus mit Umweltschutz zusammen? Gar nicht! Aber es geht ja nur ums Geld und Ansehen. Dass es auch Negatives bringt, wird gerne ausgeblendet... Kriminalität,(Diebstahl, Illegal Grenzen überqueren), Abfall, Lärm, Wohnungen die teuer als Privathotels vermietet werden, volle Strassen, Keine Parkplätze, Soll ich noch weitere Beispiele bringen?
Noch mehr Gaga- und Mega-Tourismus?
Die Welt, in der wir leben, nehme ich mitunter als von Gier, Herrsch- und Vergnügungssucht sowie von Zerstörungswut geprägt wahr. Gaga- und Mega-Tourismus sind ein Teil dieser Welt.
Nein, danke
Dieser rein kommerzielle Eventtourismus hat eine Dimension erreicht, welche es für uns Einwohnende ungemütlich macht ins Stadtzentrum zu gehen. Qualitätstourismus ist gefragt, keine hinter Fähnchen schlenderten Horden. Tagestouristen am Weihnachtsmarkt, angereist im Bus, bringen wenig Wertschöpfung. Andererseits ist auch die enorme Zunahme des Flugverkehrs ausgewiesen. Wie passt dies zur ökologisch, rot-grünen Ausrichtung der Stadt Basel.
Tourismus ja aber....
Dass der Tourismus für eine Stadt und deren Akteure wie Restaurants, Museen und die Hotellerie wichtig sind ist für mich nachvollziehbar und somit macht der Effort für den Tourismus Sinn. Hängen doch auch Arbeitsstellen daran. Ich glaube auch nicht, dass nur der Tourismus an der Enge und all den aufgezählten Problemen schuld ist. Was meiner Meinung nach nie oder zu wenig bedacht wird, ist, dass mehr Menschen in einer Stadt (Tourismus oder Quartierplanungen) Auswirkung auf so ziemlich alles hat. Die Strukturen (ÖV, Parkmöglichkeiten, Unterbringungsmöglichkeiten usw.) sowie Dienstleistungsbetriebe (wie Polizei, Sanität, Spitäler usw.) müssen mit den gleichen Mitteln und Möglichkeiten immer mehr Leistung erbringen. Dies geht kurzfristig (Events), längerfristig wird es aber für die MitarbeiterInnen zum gesundheitlichen Problem und das Fehlen der angepassten Struktur führt in allen Ecken zu einer Überlastung und zu der empfundenen Enge. Darum nicht immer mehr!! Lieber Tourismus mit System.