Im Kleinen für das Klima
Die Genossenschaft Alte Post in Riehen bricht auf ihrem Grundstück 81 Quadratmeter Asphalt auf. Das Projekt soll andere Eigentümer*innen motivieren, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden. Diese können bald schon auf Unterstützung der Gemeinde hoffen.
Riehen bezeichnet sich als «Grosses Grünes Dorf» – jetzt wird es ein wenig grüner. 81 Quadratmeter Asphalt hat die Genossenschaft Alte Post an der Baslerstrasse 57 vergangenen Freitag entfernt. Auf dieser Fläche gibt es nun einen Schotterrasen, eine Sitzbank wird platziert und Sträuche sollen wachsen.
Noah Weber ist in der Genossenschaft aufgewachsen. Er ist der Kopf hinter dem Projekt. «Wir haben hier viel versiegelte Fläche, die nicht genutzt wird», sagt Weber, der neuerdings auch für die Grünen im Riehener Einwohnerrat sitzt. «Es geht uns darum, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und gleichzeitig ökologischen Mehrwert zu schaffen.» Er hoffe, dass es hier bald mehr Insekten und Reptilien gebe.
Ein Ziel ist es, andere zu motivieren, selbst ähnliche Projekte in Angriff zu nehmen. Dafür wird es vor der Genossenschaft eine Infotafel geben, die dazu ermutigt, das Ergebnis anzuschauen. «Im Sommer ist es brutal heiss», betont Weber, «mit solchen kleinen Beiträgen können wir viel erreichen». Denn das Raumgefühl ändere sich grundlegend, auch auf solchen Kleinstflächen. «In der heutigen Zeit ist es nötig, dass Bewegung in die Thematik kommt, dass es vorwärts geht und dass Liegenschafts- und Flächeneigentümer ihrer Verantwortung bewusst werden.»
Eine Hürde für Nachahmer*innen könnten die Kosten sein. Der angehende Umweltingenieur erklärt, ihre 81 Quadratmeter Entsiegelung habe 23’000 Franken gekostet. «Ohne externe Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen.»
Auf diese können Grundeigentümer*innen in Riehen aber bald hoffen. Das Gemeindeparlament hat Ende Januar eine Änderung der Mehrwertabgabeordnung beschlossen. Neu können Mittel aus diesem Fonds «explizit für Massnahmen gegen sommerliche Hitzeinseln und zur Steigerung der Artenvielfalt eingesetzt werden», erklärt der zuständige Kommissionspräsident Carol Baltermia.
Neben Geld sollen Private mit Beratung und Sensibilisierung bei Klimaschutzmassnahmen «wirkungsvoll unterstützt» werden können, erklärt der FDP-Politiker. Die Gemeinde wird für Interessierte eine kostenlose Erstberatung anbieten. «Das Ziel ist die Förderung einer klimaangepassten Siedlungsentwicklung sowie Biodiversitätsmassnahmen», so Baltermia.