So schützt der Zolli die Tiere vor dem Coronavirus

Im New Yorker Bronx Zoo wurde ein Tiger positiv auf Covid-19 getestet. Müssen wir uns Sorgen machen? Beim Zoo gibt man Entwarnung. Und wartet mit süssen Nachwuchsvideos auf.

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Dort, wo Raubkatzen mit Menschen in Kontakt kommen, können auch sie sich anstecken. Foto: Pixabay)

In New Yorker Bronx Zoo wurde eine Tigerkatze positiv auf Covid-19 getestet. Sie muss sich bei einem Tierpfleger angesteckt haben, der zwar das Virus trug, aber keine Symptome zeigte. Es ist der erste dokumentierte Fall, bei dem eine Übertragung von einem Menschen auf ein Wildtier dokumentiert wurde, wie das Magazin «National Geographic» berichtet. Noch ist unklar, welche Tiere an dem Virus erkranken können. Tanja Dietrich vom Zoo Basel, der noch immer für Besucher geschlossen ist, erklärt, wie man dort auf die Corona-Krise reagiert.

Sind die Tiere im Basler Zoo auch gefährdet?

Wir machen uns da keine allzu grossen Sorgen. Denn wir haben generell ein ganz anderes Konzept, das keinen Kontakt zwischen Menschen und Raubkatzen vorsieht. Die Tierpfleger*innen kommen den Tieren also gar nicht erst so nahe, dass sie sie anstecken könnten.

Also ist die Situation wie immer, einfach ohne Besucher*innen? 

Die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit halten wir natürlich ein. Die zwei Meter Abstand, die Hygiene, Gesichtsmasken. Das ist auch sonst schon streng geregelt. Jetzt halt noch etwas mehr. So haben wir etwa die Arbeitszeiten so angepasst, dass die Mitarbeiter*innen alleine sind in den Garderoben. 



«Storche, Krähen und Vögel tummeln sich auf den verlassenen Gehwegen.» 

Tanja Dietrich, Leiterin Kommunikation Zoo Basel
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Arbeitet derzeit auch im Homeoffice: Tanja Dietrich vom Zoo Basel. (Foto: zvg.)

Wer direkt zu den mega-herzigen Tierbabies will: runterscrollen. Allen anderen sei dieser meditative Einstieg aus dem Basler Affenhaus empfohlen. Anschliessend gibt es eine Führung mit Zoo-Kurator Adrian Baumeyer.

Gerade erst auf die Welt gekommen – und schon im Livestream: der noch namenlose Nachwuchs der Geoffroy-Klammeräffchen.

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Wie reagieren die Tiere auf die menschenleere Umgebung? 

Die Affen spüren es am meisten. Sie schauen den Menschen gerne zu. Sie müssen sich das so vorstellen: Wenn Sie an einer dichtbefahrenen Strasse wohnen, dann bemerken Sie nicht mehr jedes Auto. Wenn sie aber auf einer einsamen Alp leben und dort ein Wagen durchfährt, dann ist das ein Ereignis.

Gab es schon einmal eine vergleichbare Situation? 

Bei vereinzelten Tierarten schon. Als wir das Affenhaus umgebaut haben, da waren die Schimpansen und die Gorillas einmal ohne Kontakt zu den Besucher*innen. Aber der Zoobetrieb war natürlich gewährleistet. Unvergleichlich ist hingegen die finanzielle Situation. Die wiegt im Moment schwer. Wir haben keine Einnahmen aus den Restaurants, keine Besucher*innen. Ausser den Storchen, Krähen und Vögeln, die sich auf den verlassenen Gehwegen tummeln. 

Pssst... Wer nicht genug von Tierbabies bekommen kann: Auf der Facebook-Seite des Basler Zollis gibt es laufend neue Videos. Etwa von jungen Somali-Wildeseln oder Flusspferden. 


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