Peter Riebli im Interview

«Wir werden selbstverständlich wieder antreten»

Markus Eigenmann (FDP) ist neuer Baselbieter Regierungsrat. Bereits nach dem ersten Wahlgang musste sich SVP-Kandidatin Caroline Mall geschlagen geben. SVP-Präsident Peter Riebli kündigt an, dass seine Partei bei den nächsten Wahlen wieder in Angriffsmodus sein wird.

Peter Riebli - zweiter Wahlgang Wahlen Regierung Baselland 2025
Sabine Bucher holte mithilfe der SP rund 27'000 Stimmen. (Bild: Ernst Field)

Peter Riebli, Caroline Mall hat im ersten Wahlgang 13'000 Stimmen gemacht. Im zweiten Wahlgang hat der FDP-Kandidat nur 3000 Stimmen mehr als die GLP-Kandidatin. Wo sind die ganzen Stimmen von der SVP hin?

Ich denke, ein grosser Teil der SVP-Stimmen sind zu Markus Eigenmann gegangen. Und ich denke, dass ein grosser Teil unserer Wählerbasis tatsächlich an die Urne gegangen ist. Aber man sieht es kantonal: 33 Prozent ist eine relativ schwache Stimmbeteiligung. Verglichen mit dem ersten Wahlgang zwar besser, aber immer noch nicht hervorragend gut. Es ist enttäuschend, dass sich nur ein Drittel interessiert, wie unser Kanton regiert wird. Die Mobilisierung der SVP-Wähler hat funktioniert. Wenn sie nicht funktioniert hätte, hätte das Resultat anders ausgesehen.

Was bedeutet das für die SVP für die nächsten Wahlen? Die Rückeroberung eines Regierungssitzes ist schon wieder gescheitert.

Wir sind weiterhin die stärkste Partei im Kanton und wir sind weiterhin die Partei, die kein Regierungsrat hat, obwohl wir die stärkste Partei sind. Wir werden selbstverständlich bei Vakanzen wieder antreten.

Was ist Ihre Erwartungshaltung an Markus Eigenmann als voraussichtlich neuen Bildungsdirektoren?

Die Erwartungen sind, dass er die bürgerliche Politik, die seine Vorgängerin Monica Gschwind gemacht hat, weitersetzt. Und dass er die Prioritäten in der Volksschule wieder so setzt, dass die Leistung zählt, dass wir aus der Volksschule wieder Absolventen haben, die in der Lage sind, ihre Berufsaufgaben zu erfüllen, die einen guten handwerklichen Beruf lernen können. Die Elite soll in der Lage sein, an eine Universität zu gehen, aber er soll sich klar fürs duale Bildungssystem einsetzen und dafür sorgen, dass auch gut ausgebildete Leute in eine Lehre gehen und nicht alle das Gefühl haben, sie müssen in eine Universität.

Gerade bei der Unifinanzierung dürften Sie beide unterschiedliche Standpunkte vertreten.

Da bin ich nicht ganz sicher. Ich denke, Markus Eigenmann weiss auch, dass eine Universität eine Elite ausbilden soll und nicht möglichst viele Leute. Wir haben momentan eine andere Tendenz. Wir haben möglichst viele Uniabgänger, ohne auf die Qualität zu schauen. Wir müssen da kritischer sein und mehr auf die Qualität achten. Das würde, wenn es weniger Studenten hat, auch zu einer billigeren Universität führen.

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Das ist David (er/ihm):

Von Waldshut (Deutschland) den Rhein runter nach Basel treiben lassen. Used to be Journalismus-Student (ZHAW Winterthur) und Dauer-Praktikant (Lokalzeitungen am Hochrhein, taz in Berlin, Wissenschaftsmagazin higgs). Besonderes Augenmerk auf Klimapolitik, Wohnpolitik, Demopolitik und Politikpolitik. Way too many Anglizismen.

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