Schmökern bei Schmocki
Wer Vintage-Vinyl oder Second-Hand-DVDs sucht, kommt an die Güterstrasse. Guido Schmocker betreibt mit Leidenschaft und Fachkundigkeit einen Plattenladen, der sich rumspricht.
Manchmal ist ein Name einfach perfekt. «Schmocki’s Ohrwurm Oase» ist so ein Fall. Wer das am Schaufenster der Güterstrasse 265 liest, kann doch fast nicht anders, als zumindest einen Blick reinwerfen zu wollen. Und dann wird man fast erschlagen von der schieren Menge an CDs, Schallplatten, Kassetten, DVDs und Blurays. Über 20’000 heisst es im Schaufenster.
«Schmocki», das ist Guido Schmocker. Seit jeher sammelt er leidenschaftlich gerne Bild- und Tonträger. Eine gute Voraussetzung, um daraus ein Geschäft zu machen. Seit 30 Jahren ist er im Business, angefangen mit zehn Kisten Platten und CDs – seit 15 Jahren an diesem Standort. Schmocki ist happy hier. Leben und arbeiten im lebhaften Gundeli: «Ich könnte es mir nicht besser vorstellen.»
Klingeling. Ein junger Mann mit Schnauz kommt mit seinem Basel-Besuch in den Laden. Das sei sein liebster Plattenladen in Basel, sagt er, deshalb wollte er ihn seinen Freunden zeigen. «Es ist eine warme Atmosphäre, man fühlt sich willkommen», sagt er. Klar, für Neuerscheinungen muss man woanders hin, aber für Vintage ist man hier an der richtigen Adresse.
Der junge Mann erkundigt sich bei Schmocki, ob er noch mehr von «Talking Heads» habe – und wird direkt in die richtige Richtung dirigiert. Der Inhaber hat seinen Laden genau im Kopf, kann jede Platte und jede Kassette lokalisieren. Es soll hier nicht sein wie in einer Brocki, wo man sich stundenlang durch einen Wulst an Platten graben muss, um eine Rarität zu finden – Schmockis Produkte sind handverlesen. Gerade kamen wieder 100 neue Second-Hand-CDs rein – Schmocki wird sie genau studieren.
«Viele Leute sagen, dass das Geschäft mit DVDs oder CDs nicht mehr läuft. Es läuft eben schon, wenn man die richtigen Sachen hat: Raritäten, die man nicht bei allen findet», findet er. Plattenbörsen oder auch einen Stand an der Herbstmesse wie früher – das braucht Schmocki nicht mehr, das Geschäft brummt auch ohne dass er seine Ware mühselig zu den Leuten bringt. Denn die Leute, die kommen auch freiwillig zu ihm – zum Teil sogar aus Frankreich oder Deutschland.