Kopiert!

Partnerschaft

Alain Berset trägt ein Tarzan-T-Shirt. Bajour auch!

Seit 20 Jahren steht Tarzan für faire Mode. Ab 9. September gibts einen neuen Outlet-Store an der Falknerstrasse. Was Bajour besonders freut: Tarzan hat für uns in einer Kooperation wunderschöne Socken, T-Shirts und Caps produziert.

09/07/21, 03:00 AM

Aktualisiert 09/08/21, 10:35 AM

Kopiert!
Ein eingespieltes Team: Manuel Rieder (rechts) und Caesar von Däniken

Ein eingespieltes Team: Manuel Rieder (rechts) und Caesar von Däniken (Foto: zvg)

Zwei Männer. Ein Kreativer und ein Organisierter. Einer der das Geld ausgibt und einer, der es wieder einnimmt. Die beiden WG-Mitbewohner Manuel Rieder und Caesar von Däniken sind Freunde geworden. Und dann Geschäftspartner.

Es begann in einer Garage mit Siebdruck-T-Shirts. Ein Freund hat den beiden einen Online-Shop gebastelt. «Fünf Jahre haben wir nichts damit verdient», sagt Rieder. Der Mittvierziger sieht sympathisch aus, die Kleider schlicht, von guter Qualität, das Velo glänzend. Er hat ein scheues Lächeln, Rieder ist kein Mann, der übertriebene Reden schwingt.

Am Anfang habe sie kaum jemand ernst genommen, sagt Rieder. Für seine Kollegen sei das halt eines ihrer Projekte gewesen – mal wieder. Die Mitarbeitenden der Druckerei, in der sie ihre T-Shirts druckten, hätten ein bisschen über die Beiden geschmunzelt. Heute drucken sie immer noch da.

Vor zwanzig Jahren begann alles in einer Garage, heute hat Tarzan Shops in Basel, Zürich und St. Gallen.

Vor zwanzig Jahren begann alles in einer Garage, heute hat Tarzan Shops in Basel, Zürich und St. Gallen. (Foto: zvg)

Heute, 20 Jahre später, weiss jede*r in Basel, was Tarzan ist. Das Label hat 28 Mitarbeitende, Läden in Basel, Zürich und St. Gallen und produziert Merchandise für fast die ganze Schweizer Musikszene. Und diese Woche kommt ein neuer Laden dazu oder eigentlich ist es ein alter Laden an neuer Adresse:

Am 9. September zügelt Tarzan seinen Popup-Store an der Falknerstrasse. Oder wie es in der Einladung heisst:

Einmal ist keinmal: Der erste Popup-Store, der doppelt rezykliert wurde.

Wir ziehen mit unserem Popup-Store an die Falknerstrasse 29, mit Möbeln nach ihrer dritten Schönheitsoperation, Pflanzen aus dem Pflanzenheim und der neuen Kollektion aus gebrauchter Baumwolle. Zu diesem Anlass servieren wir Bier, das mal Brot war und Wein aus alten Trauben, dazu Musik, die früher schon alt klang. Nur die Häppchen sind neu.

Typisch Tarzan. Ihren Erfolg haben sich Manuel und Caesar unter anderem mit ihrer Vision erarbeitet: Faire Mode. «Wir versuchen, unseren ökologischen Abdruck möglichst klein zu halten», sagt Manuel.

Für die Tarzan-eigene Linie wird die Bio-Baumwolle in Ägypten angebaut. «Baumwolle ist aber eigentlich nicht wirklich ökologisch, selbst wenn es Bio ist», sagt Rieder. Tarzan setze darum immer weniger auf Baumwolle, dafür auf sogenannten Deadstock: Stoffrollen die in Portugal in Lagern nicht mehr benutzt werden und die Tarzan weiterverwenden kann. Und auf Lyocell, eine Faser, die aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wird und als Goldstandard der Öko-Stoffe gilt. Die Stoffe werden danach in Portugal gewoben, gefärbt und genäht.

Stoffe von einwandfreier Qualität enden oft im Abfall, da sie nicht mehr für eine grosse Auflage ausreichen.

Stoffe von einwandfreier Qualität enden oft im Abfall, da sie nicht mehr für eine grosse Auflage ausreichen. (Foto: zvg)

Keines ihrer Kleidungsstücke liegt je in einem Flugzeug, sondern sie werden auf dem Land- und Meerweg transportiert. Die Baumwolle ist Bio und GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert, das Label steht für strengste ökologische Kriterien. Bedruckt werden sie dann in einem Wohn- und Werkheim in der Schweiz von Menschen, die aus dem sozialen Gefüge gefallen sind.

Die Kosten für diese Art von Druck seien gleich hoch, wenn nicht sogar höher, als wenn die T-Shirts sonstwo in der Schweiz bedruckt werden. Das Geld fliesst dafür in eine Tagesstruktur, die Schlafplätze und in pädagogische Betreuung.

Tarzan lässt seine Produkte in einem Wohn- und Werkheim in der Schweiz bedrucken.

Tarzan lässt seine Produkte in einem Wohn- und Werkheim in der Schweiz bedrucken. (Foto: zvg)

Einmal gab's ein Missgeschick. Und zwar bei den Fanartikeln des Rappers Bligg. Mitarbeitende der Druckerei beschrifteten seine Merch mit einem statt mit zwei G-s – Blig stand dann drauf. «Die Kleider sind mit einer Express-Lieferung zu einem seiner ersten Tour-Konzerte geliefert worden», erinnert sich Manuel. «Da ruft die Managerin an am Freitagabend und fragt, ob das ein Witz sein soll. BLIG?» Manuel lacht: «Ich habe vorgeschlagen, dass Bligg doch das zweite G selber unterschreiben könnte. Er wollte aber nicht. Dann haben wir die T-Shirts halt nochmal produziert.»

Corona hat Tarzan kreativ überstanden:

(Foto: zvg)

Mit Alain Bersets Konterfei haben sie für ihre neuen T-Shirts geworben. Das hat den Tarzan-Jungs einen BaZ-Artikel beschert und irgendwann im Sommer ein nettes Telefon vom Amt. Berset würde zwar gerne Schweizer Unternehmen unterstützen, doch aber lieber nicht mit seinem Kopf. Dann hat das BAG T-Shirts fürs ganze Team bestellt. «Alain Berset trägt M», sagt Rieder zufrieden. Was für eine Marketingstrategie.

Und auch Bajour hat die Freude einer eigenen Tarzankollektion! Unser Fauli trägt die Socken mit Stolz, Adelina schützt sich mit dem Cap vor der Sonne und Ina sieht mit dem T-Shirt aus wie eine Einheimische. Wir sagen: Danke für die Kooperation, Tarzan! Auf weitere 20 Jahre.

**Komm auch ans Opening**

Einmal ist keinmal: Der erste Popup-Store, der doppelt rezykliert wurde.

Wir ziehen mit unserem Popup-Store an die Falknerstrasse 29, mit Möbeln nach ihrer dritten Schönheitsoperation, Pflanzen aus dem Pflanzenheim und der neuen Kollektion aus gebrauchter Baumwolle. Zu diesem Anlass servieren wir Bier, das mal Brot war und Wein aus alten Trauben, dazu Musik, die früher schon alt klang. Nur die Häppchen sind neu.

Donnerstag 9. September 2021, 16 bis 20 Uhr

Falknerstrasse 29

Wird geladen