2025-09-11 Frage des Tages Master

Bachelor-Titel auch für Lernende?

Aktuell dürfen sich nur Absolvent*innen von Universitäten und Fachhochschulen als «Bachelor» oder «Master» ausweisen, jene von höheren Fachschulen aber nicht. Der Nationalrat diskutiert in der Herbstsession, ob für die Abschlüsse der höheren Berufsbildung die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» eingeführt werden sollten. Ein diplomierter Förster HF könnte sich z. B. künftig «Professional Bachelor» nennen. Die neuen Titel sollen den höheren Fachschulen zu mehr Ansehen und Bekanntheit verhelfen – auch international. Der Dachverband FH Schweiz sieht den Vorschlag kritisch und glaubt, dass die neuen Bezeichnungen zu Verwechslungen mit Hochschulabschlüssen führen und die klare Profilierung des Bildungssystems untergraben könnten. Auch die Fachhochschulen und Universitäten sind skeptisch, wie der Rektor der Berner Fachhochschule Sebastian Wörwag in der SRF-Sendung Echo der Zeit klar macht: Der neue Titel erschwere die Abgrenzung zu den eigenen Abschlüssen. Der Arbeitgeber- und der Gewerbeverband wie auch Travail Suisse unterstützen das Vorhaben, da Schweizer Bachelor- oder Masterabschlüsse international besser verstanden würden als der eidgenössische Fachausweis. 

669 Stimmen
Valerie Wendenburg
Valerie Wendenburg
Moderation
Top antworten
Sven
11. September 2025 um 08:12

Warum für Lernende?

Ich finde es etwas befremdlich, dass ihr die Frage «Bachelortitel auch für Lernende?» genannt habt. Höhere Fachschulen befinden sich in ISCED 6 und damit auf dem gleichen Niveau wie FH- und Uni-Bachelors. Der Begriff «Lernende» impliziert, dass der Titel für EFZ gelten soll (ISCED 3). Hier wäre eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik notwendig.

Agathe Kern
11. September 2025 um 07:28

Ja, klar!

Die Frage ist missverständlich formuliert. Der Titelzusatz «Bachelor» bzw. «Master» soll nicht an Lernende sondern an Absolvent*innen der höheren Berufsbildung gehen. Die Höhere Berufsbildung ist im schweizerischen Bildungssystem auf Tertiärstufe angesiedelt, auf gleicher Stufe also wie Fachhochschulen und Universitäten (https://www.sbfi.admin.ch/de/bildungssystem-schweiz). Die Abschlüsse der Höheren Fachschule sowie der Höheren Fachprüfung sind im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) mit NQR 6 eingestuft. Dies entspricht dem Niveau eines Bachelor-Abschlusses. Es ist also nur folgerichtig, den Abschlüssen der Höheren Berufsbildung die Titelzusätze «Bachelor» und «Master» zu vergeben. Dies erhöht nicht nur die Anerkennung im Ausland sondern fördert auch das Verständnis für diese Abschlüsse in der Schweiz.

Daniela
11. September 2025 um 05:27

Einfach halten

Anschlüsse mit beruflicher Bindung: - Bachelor - Master Abschlüsse von FHs - Bachelor FH - Master FH Abschlüsse von Unis: - Bachelor Uni - Master Uni Das wäre einfach und würde das Wesentliche zuerst zeigen, nämlich die inhaltliche Information, dass die Kenntnisse auf Basisstufe (Bachelor) oder mit einem qualifizierten Zusatz (Master) erworben worden sind. Die Zusätze FH und Uni zeigen dann die Art der Bildungsinstitution - wobei zu sagen ist, dass die Binnenunterschiede zwischen den einzelnen Fachhochschulen und Universitäten teilweise ohnehin grösser sind, als diejenigen zwischen den Kategorien FH und Uni.

Rolli Thüring
11. September 2025 um 13:00

Es braucht den Unterschiedzusatz nicht.

Wenn ich als Lehrender im Abschluss im Top Ranking war, hatte ich ein Abschluss-Ausweis in meinem Beruf, mit einem Top Abschluss und ob ich jetzt hier Bachelor/Master noch dazu kam, ist völlig egal, ich hatte eine Top Ausbildung und gute Referenzen, auf das kommt es an. Nicht ob ich jetzt mich Bachelor/Master nennen kann im beruflichen Sinn. Lasst es so wie es ist, es braucht den Handwerker aber auch den Akademiker. Denn ohne ein Miteinander geht es nicht.

Ilka Puginier
11. September 2025 um 06:00

«Fachausweis»

Wenn Fachausweis zu deutsch und Bachelor schon vergeben ist, könnte trotzdem ein anderer Titel gewählt oder hinzugefügt werden, der sich mehr an international gebräuchliche Worte anlehnt, z.B. Lizenz oder Diplom, oder «registriert» ( wie registered nurse in den USA).

Ueli
11. September 2025 um 09:57

Was war das nur für eine armselige Welt …

… als es Lehrlinge, Gesellen und Meister sowie Studierende, Diplomierte und Doktoren gab?

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Andrea Strahm
Grossrätin Die Mitte, Fraktionspräsidentin

Warum auch nicht?

Was ist denn relevant: wWs jemand kann, oder wie viele möglichst wichtig klingende nTitel er oder sie aufführen kann? Mir geht dieses Gerangel um Titel gegen den Strich. Schliesslich zählt der Mensch. Je schwächer dieser ist, desto mehr äusserliche Wichtigkeiten wie Titel häuft er vor seinem Namen an. Wer jemanden einstellt, sieht ja den CV. Lehrabschlüsse werden mit grosser Leistung erzielt und wenn Lernende mit einem angepassten Titel motiviert werden können, dann ist das doch gut.

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