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Mobilitätsstrategie

Liebe Auti-Besitzer*innen, wir müssen reden

2037 wollen wir im Kanton Basel-Stadt klimaneutral sein. Das haben wir vergangenen Sonntag an der Urne entschieden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss es auch zu einem Umdenken im Individualverkehr kommen. Das gilt für die Basler*innen, aber auch für die Pendler*innen.

12/01/22, 05:08 PM

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Die Bajour Member gaben ein klares Votum ab.

Die Bajour Member gaben ein klares Votum ab. (Foto: Bajour.ch)

Im Kanton Basel-Stadt sind 61’901 Personenwagen registriert (Stand 2021, davon 930 elektrisch). Täglich kommen knapp 88’000 Pendler*innen von ausserhalb zum Arbeiten in die Stadt. Nicht wenige davon mit dem Auto. Etwa 12’000 sind es an der Zahl. Damit Basel-Stadt die Klimaziele und Netto-Null per 2037 erreichen kann, braucht es die Hilfe aller Autofahrer*innen. Das ist auch die Meinung der Bajour-Leser*innen bei der Frage des Tages vom 28. November. Ganze 53 Prozent meinten, wer A sagt, müsse auch B sagen und sich, so weit wies geht, vom privaten Auto verabschieden.

Wir haben uns also auf die Suche nach Alternativen gemacht, die vielleicht den einen oder die andere überzeugen können, das eigene Auto öfter stehen zu lassen. 

Mit de Isebahn

Beginnen wir mit dem Offensichtlichsten: Die SBB. Die Schweiz brüstet sich gerne damit, das «beste Schienennetz» der Welt zu haben. Auch wenn es mit Sicherheit nicht perfekt ist, kann es für viele Gelegenheiten eine echte Alternative sein.

Wenn der Zug mal pünktlich kommt.

Wenn der Zug mal pünktlich kommt. (Foto: giphy.com)

Dusse bliebe

Aber auch in der Schweiz sind die Verbindungen im ÖV nicht so gut, dass man zu jeder Zeit überall hinkommt. Vor allem als Pendler*in möchte man, nach einem langen Arbeitstag, nicht noch lange auf den Anschluss warten. Auch dafür gibts bereits eine Lösung. Park and Ride heisst das Umgangssprachlich. Die SBB nennt es P + Rail. Das Konzept ist einfach. Du parkst dein Auto am Bahnhof deiner Wahl und fährst, ohne im Stau zu stehen, mit dem Zug in die Stadt. Am Abend kannst du ohne Wartezeit und Verbindungssorgen deine Heimfahrt bewältigen. Bezahlt wird stunden- oder tageweise je nach Bahnhof zwischen 3 und 20 Franken.  

Mit Schwung zur Arbeit. Park and Ride machts möglich.

Mit Schwung zur Arbeit. Park and Ride machts möglich. (Foto: giphy.com)

Elektrisch angetrieben

Einst als grosse Plage bezeichnet, die unsere engen Trottoirs zu einer Halde von Billig-Schrott verwandeln, sind sie heute aus der Basler Innenstadt nicht mehr wegzudenken: die E-Scooter. Mit diesen «elektrischen Trottinetts» von Lime, Tier, Bird und Co. kannst du dich stehend durch die Stadt ziehen lassen. Kein «Gedrängel» im ÖV, einfach die App runterladen und Kreditkarte hinterlegen und los geht die Fahrt. Abstellen kannst du das Gefährt auch beinahe überall – einfach nicht zmitzt auf dem Trottoir.       

They see me rollin, they not hatin anymore.

They see me rollin, they not hatin anymore. (Foto: giphy.com)

Mitem Velo

Brauchst du etwas Abwechslung auf deinem Arbeitsweg oder geniesst du es auch, wenn an einem warmen Sommertag der Fahrtwind die ersehnte Abkühlung bringt? Dann ist Pick-e-Bike, ein Sharingsystem für E-Bikes und E-Scooter in der Region Basel, das Richtige für dich. Diese Elektro-Velos ziehen dich, ohne dass du einen Tropfen Schweiss vergiesst, mit 35km/h jeden Hügel hoch. Dafür musst du 35 Rappen in der Minute zahlen und ein Smartphone mit der Pick-e-Bike App, ID/Pass, einen Führerschein (mind. Kategorie M) und eine Kreditkarte besitzen.   

Voll in die Pedale getreten, oder eben nicht.

Voll in die Pedale getreten, oder eben nicht. (Foto: giphy.com)

Mit schwäre Sache

Wir hören es schon raunen: «Wie bekomme ich meinem schweren Wocheneinkauf oder die neuen Blumentöpfe ohne Auto nach Hause?» Dafür gibt es carvelo2go. Dort kannst du E-Lastenvelos oder «Carvelos» zu einem Stundentarif von 2.50 und einer Buchungsgebühr von 5 Franken mieten (von 22:00 bis 08:00 Uhr kein Stundentarif). Belasten kannst du die Cargo-Bikes, je nach Modell, mit bis zu 140 Kilo. Du musst es einfach an den Ort des Mietantritts zurückbringen. Aber dann hast du schon alles erledigt, ganz ohne lästige Parkplatzsuche und stockendem Verkehr auf überfüllten Stadtstrassen. 

Ein Schwertransporter auf zwei Rädern.

Ein Schwertransporter auf zwei Rädern. (Foto: giphy.com)

Mitenand

Im Durchschnitt sitzen pro Auto in der Schweiz nur 1,5 Personen. Das bedeutet, um ein Gewicht von 80kg (Durchschnittsgewicht Schweizer Mann) ans Ziel zu bringen, werden mehr als 1,7 Tonnen (durchschnittliches Leergewicht neuer Personenwagen) bewegt, also mehr als 20 mal so viel. Um das zu ändern und nebenbei die begrenzten Strassen zu entlasten, können Fahrgemeinschaften die Lösung sein. 

Auf BlaBlaCar findest du zu allen erdenklichen Destinationen eine Mitfahrgelegenheit. Einfach dein Startpunkt angeben, Zielort, dann Datum und los geht die Fahrt. Eine Mitfahrt von Basel nach Sion kostet bei unserem Test 17 Franken, nach München bist du mit 23 Franken dabei. Das ist sicher nichts für den täglichen Gebrauch, doch für längere Fahrten in den Urlaub, eine Alternative zum eigenen Auto.  

Party in the car.

Party in the car. (Foto: giphy.com)

Usglehnt

Ein privates Auto wird im Schnitt nur eine Stunde am Tag bewegt. Das bedeutet, dass es zu fast 96% der Zeit herumsteht und wertvollen Platz in der Stadt blockiert. Lohnt es sich also, ein eigenes Auto zu besitzen, wenn es die meiste Zeit ungenutzt herumsteht?. Für viele lautet die Antwort: «Ja». In zu vielen Situationen überwiegen die Gedanken an Unabhängigkeit und Bequemlichkeit und Versicherungs-, Steuer- und Klimafragen werden verdrängt. Eine Alternative bieten Carsharing-Plattformen. Das Auto steht selten nur herum und du kannst es nutzen, wenn du es wirklich brauchst. Also kein rausgeschmissenes Geld. 

Mobility ist schweizweit der bekannteste Anbieter und bietet Angebote für Ungebundene oder Aktive. Auf den beiden Carsharing Plattformen 2EM und GoMore kannst du Privatautos mieten. Monatliche Kosten kommen nicht auf dich zu, ganz nach dem Motto: «Nur wer fährt, der zahlt.» 

Mit Carsharing die Strasse gerockt.

Mit Carsharing die Strasse gerockt. (Foto: giphy.com)

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