Die Basler Polizei geht mit Laserwaffen auf Verbrecherjagd (übungshalber)

Die Basler Polizei erhält eine neue Trainingsausrüstung. Ein Laser-Duell-System soll realitätsnahe Übungseinsätze ermöglichen und erst noch die Uniformen schonen.

laser

Schon heute üben die Polizist*innen, was sie im Falle eines Überfalls oder sonst einer Situation, die den Einsatz von Waffen erfordert, tun müssen, wie sie sich verhalten sollten, um die Lage zu entschärfen, ohne selbst verletzt zu werden – oder andere zu verletzen. Sie tun das mit sogenannter FX-Munition; farbigen Wachspatronen, die hässliche Flecken auf den Kleidern hinterlassen und, weil ja physisch geschossen wird, Schutzausrüstung bedingt. 

Und natürlich kann ein solches Training nicht in genutzten Gebäuden, wie zum Beispiel einer Bank, stattfinden. Kommt dazu, dass nicht nur die Kleidung gereinigt werden muss, sondern auch der Einsatzort, auch wenn er zuvor mit Abdeckungen vor den gröbsten Sauereien geschützt wurde. Es ist also ein bisschen wie Paintball, nur für Profis.

Das alles will die Basler Kantonspolizei nicht mehr, weshalb sie beim Regierungsrat um ein Laser-Duell-System im Wert von 400’000 Franken gebeten und mit Beschluss vom 7. September auch erhalten hat. Angeschafft wird das System im kommenden Jahr und soll während zehn Jahren pro Jahr circa 40’000 Franken kosten.

Glaubt man Sprecher Adrian Plachesi eine sehr sinnvolle Investition, weil die Übungseinsätze viel realistischer ausfallen. Denn:

  • Keine Schadstoffemissionen durch Schmauch (Als Effekt wird Markiermunition verwendet, das Patronensystem sei jedoch geschlossen).
  • Im Vergleich zur FX-Ausrüstung gebe es keinen grossen Vorbereitungsaufwand und im Nachhinein muss auch nicht geputzt werden. So sei man flexibler, was Ausbildungsort und -zeiten betreffe.
  • Eine spezielle Schutzausrüstung sei nicht notwendig; es könne in der regulären Einsatzkleidung geübt werden. Somit würden Blickkontakt, Mimik und Kommunikation nicht eingeschränkt. «Das ist wichtig, denn Einsätze sollen in erster Linie kommunikativ und desskalierend gelöst werden.»
  • Noch lebensechter wirkt das System mit einer Funktion, die Treffer spürbar machen. Auf die Haut aufgebrachte Elektrodenpads teilen Stromschläge aus, in etwa der Stärke eines elektrischen Weidezauns entsprechend.

Besonders durch letztgenannten Effekt könne aus Respekt vor einem Treffer «bei den Übungsteilnehmenden automatisch ein Stress ausgelöst werden», so Plachesi. Die so erzeugte künstliche Belastung sei im Ernstfall natürlich um einiges grösser.

Erst Wachs, nun Laser: Dirty Harry, Clint Eastwoods schiesswütiger Selbstjustiz-Cop aus den Siebzigerjahren, würde die Welt nicht mehr verstehen.

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