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Wem gehört Basel?

Wir lieben das Gundeli, Grossinvestor*innen auch

Die Bajour-Crowd hat letzte Woche die Eigentumsinformationen der Stadt Basel zu Ende gesammelt. Was sagen uns die Daten über das Gundeli?

02/24/21, 10:23 AM

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Die grösste Besitzerin in Gundeldingen ist die SBB. Das ist auch kein Wunder: Der Bahnhof macht 24 Prozent der Quartierfläche aus.

Als nächstes folgt die Einwohnergemeinde mit rund 6, den Industriellen Werken Basel mit 2 und dem Areal der Gundeldinger Feld AG mit rund 1,5 Prozent der Gesamtfläche. Wichtig zu beachten: Zur Einwohnergemeinde zählen auch Grundstücke wie die Pruntrutermatte, die für sich 19’200 m2 Fläche einnimmt.

Die meisten Eigentümer*innen besitzen um die 300 m2

Sehr gross sind auch die Flächen der Post beim Bahnhof mit 8’900 m2 und das Areal an der Viaduktstrasse 33 mit 9’100 m2. Dieses gehört der Aktiengesellschaft Cardinal, die gemäss Handelsregister für die Verwertung des Areals der ehemaligen Brauerei Cardinal zuständig ist und auch sonst mit Immobilien und Mobilien handeln kann. 

Die Eigentümer*innen im Gundeli besitzen im Schnitt eine einzelne Liegenschaft und sind meist Schweizer*innen. Etwa die Hälfte der Besitzer*innen wohnen ausserhalb des Kantons. In rund 24 Prozent der Liegenschaften wohnt auch einer deren Eigentümer*innen.

Die meisten Besitzer*innen besitzen eine Fläche von etwa 300 m2. Tatsächlich ist die Verteilung sehr ungleichmässig. Um die 12,5 Prozent der Eigentümer des Gundeli sind im «Speckgürtel» der Stadt ansässig. Die meisten davon in Binningen, gefolgt von den Gemeinden Arlesheim, Allschwil, Bottmingen, Biel-Benken, Muttenz.

Wir sind eine gute Investition

12 Prozent des Gundeli gehört Grossinvestor*innen

Zu den kleinsten Häusern zählt beispielsweise eines der Wohnhäuser an der Bruderholzstrasse mit rund 100 m2 Fläche. Zum Vergleich: die AXA Anlagestiftung besitzt ein Grundstück, das  11’200 m2 gross ist. Darauf befindet sich unter anderem der Coop Hauptsitz an der Thiersteinerallee 14. 

Interessant auch: Die gesamte Fläche des Versicherers AXA ist etwas mehr als doppelt so gross wie jene der Basler Wohngenossenschaft im Gundeli. Deren Fläche beläuft sich auf 8’600 m2, was im Verhältnis zu anderen Eigentümer*innen ebenfalls viel ist.

Nebst dem Versicherer AXA hat auch die Credit Suisse einen grossen Anteil am Quartier. Zieht man den Bahnhof von der Quartiersfläche ab, gehören den zwei Grossinvestorinnen 4,5 Prozent des gesamten Bodens.

Rechnen wir zur AXA und der Credit Suisse einmal folgende sieben private Anleger*innen hinzu, denen mindestens 5’000 m2 gehören: Die PSP Swiss Property, die Baloise, die Pensionskasse Coop, die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich, die Stiftung Abendrot, die Fundamenta Real Estate und die SIAT Immobilien. Lässt man das SBB Gelände weg, besitzen alle zusammen 12 Prozent der Fläche des Gundeli. 

Erwähnenswert: Die Pensionskasse Stiftung Abendrot gibt auf Ihrer Website explizit an, dass sie der Nachhaltigkeit verpflichtet sei und bei Immobilien auf die Mieter*innenschaft Rücksicht nehme.

Was haben sie mit dem Gundeli vor?

«Basel ist ein attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort und Gundeldingen war dannzumal ein aufstrebendes Quartier», erklärt Nicole Horbelt von der AXA Schweiz die Investition der Versicherung auf dem Areal Güterstrasse, Tellstrasse, Thiersteinerallee. Diese Überbauung sei 2003 - 2005 für Coop als Ankermieter gebaut worden und es seien zusätzlich 69 Wohnungen geschaffen worden, so die Mediensprecherin.

Die PSP Swiss Property, die zu den führenden Immobiliengesellschaften der Schweiz zählt, hat ebenfalls Gebäude in Gundeldingen. «Wir investieren hauptsächlich in Zürich. Basel ist aber ein wichtiger Markt für uns, da es eine wirtschaftlich bedeutende Stadt ist», so Mediensprecher Vasco Cecchini von PSP Swiss Property.

Auch die Versicherungsgesellschaft Baloise betont, Immobilien seien für sie eine wichtige Anlageklasse um dem Versprechen gegenüber ihren Kundinnen und Kunden nachzukommen.

Im Gundeli bestätigt sich also, das was uns der Immobilien-Experte Robert Weinert im Interview erklärte: Wohneigentum gilt als stabile Anlage. Pensionskassen und insbesondere Versicherungen gehörten zu den institutionellen Investor*innen in der Schweiz, die schon lange und immer mehr am Immobilienmarkt tätig seien.

Überdurchschnittlich viel Leerstand

Speziell: im Gundeli gibt es viele leere Wohnungen. In den letzten Jahren stieg gemäss statistischem Amt Basel der Leerstand im Quartier an. Letztes Jahr waren rund 14 Prozent der ungenutzten Wohnungen der Stadt im Gundeli. Somit hat das Gundeli eine der höchsten Quoten der Stadt.