Lasst uns die Geschichte der arbeitenden Frauen neu aufrollen

In dieser Kulturwoche sehen wir die Vergangenheit mit anderen Augen und lauschen Basels smoothester Stimme.

Performance vom feministischen Kollektiv Der grosse Tyrann
Frauen machen Tempo. (Quelle: Humbug)

Hola, liebe Kultur aficionadas und aficionados. Was ist dieses Wochenende los? Wir haben für euch das Basler Kulturangebot gecheckt und die besten Konzerte, Ausstellungen, Kinofilme und Performances herausgepflückt.

Und: Ihr habt auch die Chance, Tickets zu gewinnen!

Klingt gut? Dann nicht's wie los ✨✨✨👟

Das haben wir uns dieses Wochenende vorgenommen:

Wir reisen zu den Vergessenen ✊

Performance/Spaziergang vom feministischen Kollektiv der grosse tyrann
Wenn Geschichte vorwiegend von einem Geschlecht festgehalten wird, geht schon mal was vergessen. (Quelle: Humbug Club)

Flora Tristan – noch nie gehört? Dafür sagt euch der Name Friedrich Engels sicher etwas. Genau: Das ist der deutsche Philosoph, der im Jahr 1845 die Schrift über das Proletariat veröffentlicht hat: «Die Lage der arbeitenden Klasse in England».

Kaum bekannt dagegen ist, dass bereits fünf Jahre zuvor, also 1840, eine Analyse der englischen Arbeiterklasse verfasst wurde – von Flora Tristan. «Promenades dans Londres, ou l'aristocratie et les prolétaires anglais» heisst das Werk der peruanisch-französischen Schriftstellerin und Frühsozialistin, das danach für lange Zeit im Dunst der Geschichtsschreibung verloren ging.

Flora Tristan ist eine der Frauen, der das feministische Kollektiv Der grosse Tyrann ihre neueste Performance «Der Nebenwiderspruch» widmet. Es beschäftigt sich mit dem Thema Frauen und Arbeit, und zwar im Sinne der Herstory – also Geschichtsschreibung aus weiblicher Perspektive.

Die Zeitreise, auf die das Publikum mitgenommen wird, führt auch zu den Frauen, die die Staffa-Insel in Zürich gebaut haben und zu den streikenden Fabrikarbeiterinnen in Pierburg in den 70er-Jahren.

Die Performance von und mit Darsteller*innen wie Liliane Koch, Maude Hélène Vuilleumier und Wanda Wylowa findet am Freitagabend statt und ist als Stadtspaziergang konzipiert. Start- und Treffpunkt ist der Humbug Club auf dem Klybeck-Areal.

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«Der Nebenwiderspruch – Eine Kampfansage»


Freitag, 25. Juni, 19 Uhr. Treffpunkt: Humbug Club.

Wir reden über Sans-Papiers und verlosen Tickets 🍀

Bis zu 250'000 Sans-Papiers, also Migrant*innen ohne geregelten Aufenthaltsstatus, leben schätzungsweise in der Schweiz. Was für Einzelschicksale hinter solchen Zahlen verborgen liegen könnten, stellt sich nun der Schweizer Spielfilm «Spagat» vor.

«Spagat» handelt von Artem, der zusammen mit seiner Tochter Ulyana seit Jahren ohne Aufenthaltsbewilligung in einer Schweizer Kleinstadt lebt. Niemand ist in ihr Geheimnis eingeweiht, auch nicht Ulyanas Lehrerin Marina, die mit Artem eine Affäre hat. Doch als Ulyana bei einem Diebstahl erwischt wird, fliegt nacheinander alles auf.

Wo andere Filme an dieser Stelle enden würden, geht «Spagat» erst richtig los. Marina entscheidet sich zu einem waghalsigen Schritt: Sie nimmt Ulyana bei sich zu Hause auf, was zu noch mehr Krach mit ihrem Ehemann und ihrer eigenen Teenager-Tochter führt.

Zugegeben: Der Plot von Christian Johannes Kochs Spielfilmdebüt mag etwas konstruiert wirken. Doch die Spannung und die starken Schauspielleistungen (allen voran von Rachel Braunschweig und Alexei Serebrjakow) machen dieses Manko locker wieder wett.

Wer sich selbst davon überzeugen lassen will: Wir verlosen 2 x 2 Kinotickets für die Vorführung von «Spagat» am Freitag, 25. Juni, um 18.15 Uhr im kult.kino Atelier:

🍀 
Klicke hier, um an der Verlosung teilzunehmen 🍀

(Teilnahmeschluss: Donnerstag, 24. Juni, um 16.00 Uhr)

Wer kein Glück hatte, streicht sich im Kalender den 5. Juli dick an. An diesem Tag findet im kult.kino Atelier nämlich ein Spezialanlass zu «Spagat» statt: Direkt nach der Filmvorführung diskutieren Regisseur Christian Johannes Koch zusammen mit Mitgliedern von der BastA! und der Sans-Papiers-Anlaufstelle Basel über das Thema Sans-Papiers.

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«Spagat» (Schweiz, 2020), 110 Minuten. Regie: Christian Johannes Koch.


Ab Donnerstag, 24. Juni, täglich im kult.kino Atelier.

Wir lauschen der smoothesten Stimme 🎤

Es gibt Stimmen, in die man sich am liebsten hineinkuscheln möchte, so flauschig-weich sind sie. Anissa Damali hat so eine Stimme.

Die in Basel geborene Sängerin mit algerischen Wurzeln fusioniert in ihrer Musik nordafrikanische Jazz-Rhythmen mit brasilianischem Samba. Wie smooth das klingt, hört ihr oben im Video.

Ihr neuestes Album «Sem Fronteiras» erschien im Februar 2020. Die Kompositionen daraus, denen auch viele Pop-, Soul- und Bossa-Nova-Elemente anzuhören sind, stellt sie diese Woche, zusammen mit den bewährten Kräften ihres Quintetts, an mehreren Konzerten im Bird's Eye vor.

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Anissa Damali Quinteto


23. bis 26. Juni, jeweils 20.30 und 21.45 Uhr, The Bird's Eye Jazz Club.

Wir bewältigen die Informationsflut 📊

Marguerite Humeau, Installationsansicht, Riddles (Jaws), Schinkel Pavillon, Berlin, 2017. Foto: Julia Andreone
Marguerite Humeau (hier: «Riddles (Jaws)» 2017 in Berlin) ist eine der Künstler*innen, die in der Kunsthalle ausstellen. (Quelle: Julia Andreone)

Der Reiz von Kunst ist unter anderem, dass sie das gewaltige Chaos an Alltagseindrücken auf etwas Geordnetes destillieren kann. Genau diesem Prinzip widmet sich nun auch die neue Gruppenaustellung «Information (Today)» in der Kunsthalle Basel.

Sie untersucht, wie Künstler*innen mit dem unerbittlichen Strom an Informationen und Daten umgehen, die unsere Gegenwart prägt. Die Ausstellung in der Kunsthalle ist angelehnt an die berühmte Ausstellung «Information», die 1970 im New Yorker Museum of Modern Art stattfand und damals den Fortschritt der Computer- und Kommunikationstechnik künstlerisch aufarbeitete.

Die in der Kunsthalle Basel ausgestellen internationalen Künstler*innen sind alle nach 1970 geboren, also nach der ursprünglichen Ausstellung. Für sie zählt die Verarbeitung und der Umgang mit Datenmaterial also bereits zu den Grundlagen ihrer Praxis. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Kunsthalle-Direktorin Elena Filipovic. Zu sehen gibt es ab Freitag eine grosse Bandbreite an Kunstwerken, von Skulpturen und Malereien bis hin zu verschiedenen Videos und Performances.

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«Information (Today)»


Ab Freitag, 25. Juni in der Kunsthalle Basel.

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