Café am Winkelriedplatz

«Sommer» startet im Mai

Am Winkelriedplatz wollen die Kaffeemacher:innen mit einem neuen Parkcafé durchstarten. Das erfolgreiche Konzept vom «Café Frühling» soll auch auf das Gundeli übertragen werden.

Winkelriedplatz Kaffeemacher:innen Café Sommer Gundeli
Hier wird gewerkelt – schon bald entsteht am Winkelriedplatz das Café Sommer. (Bild: David Rutschmann)

Auf den Punkt:

  • Der Winkelriedplatz im Gundeli wurde in den vergangenen Jahren zu einem Park aufgewertet.
  • Die Kaffeemacher:innen eröffnen diesen Mai das Parkcafé «Sommer» am Rande des Parks.
  • Es soll zum Begegnungsort für das Quartier werden, wie es das Café Frühling im Kleinbasel bereits ist.

Es tut sich was am Winkelriedplatz. Die grösste Grünfläche im Gundeli wurde vom Kanton in den vergangenen Jahren zu einem richtigen Park aufgewertet: Kinderspielplatz, Planschbecken, Wasserspiel. Was fehlte, war ein Parkcafé. In diesem Frühsommer soll dieses letzte Puzzlestück gesetzt werden – das «Café Sommer» wird eröffnet.

Dieser Name steht bereits seit 2022. Damals erhielten «Die Kaffeemacher:innen» den Zuschlag des Kantons für den Betrieb des Parkcafés. Fast vier Jahre später kann das Projekt umgesetzt werden. Das Trafohäuschen an der Solothurnerstrasse wird derzeit zum Café ausgebaut – im Mai wollen die Gastronom*innen einziehen. 

Für die Kaffeemacher:innen ist das Gundeli kein unbekanntes Terrain, schliesslich betreiben sie seit 2017 an der Güterstrasse ihren eigenen Specialty Coffee – also Kaffee, der sich durch besonders hohe Qualität auszeichnet. In dieser Bewegung der «Third wave coffee shops» haben sich die Kaffeemacher:innen mittlerweile einen Namen gemacht. Sie betreiben zum Beispiel eine eigene Kaffeeschule und Mit-Gründer Felix Hohlmann wurde 2024 und erneut in diesem Jahr als bester Barista Deutschlands ausgezeichnet.

Die meisten Basler*innen kennen die Kaffeemacher:innen allerdings von dem Ladenlokal auf der Passerelle beim Bahnhof SBB – und vom «Café Frühling», das sie 2013 an der Klybeckstrasse eröffnet haben. Das «Frühling» ist sehr erfolgreich, ein beliebter Begegnungsort für Kaffee, Brunch und Frühstück. Diesen Spirit wollen die Kaffeemacher:innen jetzt auch ins Gundeli exportieren – und welcher Name könnte da besser passen als «Sommer»?

«Die Freude ist sehr gross, dass das ‹Sommer› jetzt auch Realität wird.»
Aline Strobel, Leitung Café Sommer

Aline Strobel hat in den vergangenen sieben Jahren das «Frühling» geleitet und hat die Federführung des Projekts «Sommer» in der Hand. «Ich weiss, dass das ‹Frühling› in gute Hände kommt, was den Abschied natürlich einfacher macht», sagt sie. «Die Freude ist sehr gross, dass das ‹Sommer› jetzt auch Realität wird. Das wird eine coole Herausforderung.»

Herausforderung, weil Klybeckstrasse und Winkelriedplatz doch unterschiedliche Orte sind. Im «Sommer» wird es viel mehr Aussenfläche geben als im «Frühling», entsprechend wird der Betrieb auch stärker wetterabhängig sein – man setzt trotzdem auf Betrieb an sieben Tagen in der Woche. Grundsätzlich erwartet Strobel, dass es im dichtbesiedeltsten Quartier der Stadt, das vor allem von jungen Familien bewohnt wird, noch etwas wuseliger zu gehen wird als im «Frühling».

Parkbühne soll vom Quartier bespielt werden

Doch das Kaffeemacher:innen-Team ist parat für diese Herausforderungen, schliesslich hat man schon einen Haufen Erfahrung. «Wichtig ist erstmal, dass wir dort tollen Kaffee anbieten können. Perspektivisch wollen wir einen Begegnungsort schaffen», sagt Aline Strobel. 

Das ist auch, was den Kanton damals überzeugt hatte, den Kaffeemacher:innen den Zuschlag für den Betrieb des Cafés zu geben: die starke Einbindung des Quartiers. Eine Parkbühne für die Quartierorganisationen sowie der Verleih von Spielsachen wurden in Aussicht gestellt. Entsprechende Ideen werden derzeit ausgefeilt und Kontakte geknüpft, sagt Strobel.

Das Trafohäuschen, in dem dieser Tage die Scheiben eingebaut werden und dann der Innenausbau zum Café starten soll, war über viele Jahre hinweg ein Ort, an dem sich Obdachlose aufhielten. 20 Jahre wohnte ein Wohnungsloser namens Fritz dort, in den vergangenen Jahren war es ein Treffpunkt für unterschiedliche Gruppen – was aber auch zu Konflikten und Polizeieinsätzen führten. Deshalb sperrte der Kanton die Freifläche des Platzes Ende 2024 ab (Bajour berichtete).

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David Rutschmann

Das ist David (er/ihm):

Von Waldshut (Deutschland) den Rhein runter nach Basel treiben lassen. Used to be Journalismus-Student (ZHAW Winterthur) und Dauer-Praktikant (Lokalzeitungen am Hochrhein, taz in Berlin, Wissenschaftsmagazin higgs). Besonderes Augenmerk auf Klimapolitik, Wohnpolitik, Demopolitik und Politikpolitik. Way too many Anglizismen.

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