Polizeieinsatz vor dem La Perla
In der Nacht auf Donnerstag mussten sich Polizei und Feuerwehr Zugang zur Sperrstrasse 80 verschaffen, nachdem Nachbar*innen den Notruf gewählt hatten. Die Adresse ist im Rotlichtmilieu bekannt, die Aufruhr im Quartier gross.
Wer am Donnerstagmorgen an der Ecke Sperr- und Hammerstrasse vorbeigekommen ist, dem dürften die Feuerwehr- und Polizeiautos aufgefallen sein sowie die Männer in Berufskleidung, die neben dem Eingang der Nova Bar an der Sperrstrasse 80 gestanden haben.
Die Medienstelle der Polizei bestätigt: «Es fand ein Polizeieinsatz statt wegen einer psychisch auffälligen Person, die Feuerwehr wurde hinzugezogen, um den Polizist*innen Zugang zu verschaffen.» Nachbar*innen berichten von einer Frau, die laut geschrien habe und von zerschlagenem Glas, das nun im Innenhof der Nachbargärten verteilt liegt. «Es ist momentan schrecklich», sagt ein*e Anwohner*in. Und ein*e andere*r fügt hinzu: «Wir haben genug.»
Zur Einordnung: Das Etablissement Nova Bar an der Sperrstrasse, welches, wie auch die Wohnungen darüber zur Pizzeria La Perla gehört, ist wegen Verdachts auf Menschenhandel und Förderung der Prostitution in Verruf geraten. Mehrere Razzien und Grosseinsätze fanden an dieser Adresse bereits statt, einige sind öffentlich dokumentiert. Die Anklagen aus dem Jahr 2024 sind noch immer hängig, es gilt die Unschuldsvermutung. Seit gestern Morgen wird die Bar denn auch nicht mehr mit La Perla angeschrieben, sondern mit Nova Bar, wohl um sich vom angrenzenden und als Feigenblatt beschriebenen Restaurant zu distanzieren. Die Betreiber waren für Bajour nicht erreichbar.
In einer Petition fordern derweil Nachbar*innen ein Ende des Sexbetriebs, ein offener Brief wurde am letzten Drogenstammtisch, der von Bajour und dem Stadtteilsekretariat Kleinbasel organisiert wird, Stephanie Eymann persönlich übergeben. Trotz mehrerer Razzien sowie der Petition ist bisher nichts passiert. Das Etablissement verfügt nach wie vor über eine Gastrobewilligung. Das dafür zuständige Gewerbe- und Gastroinspektorat äussert sich nicht zu Einzelfällen, wie es gegenüber Bajour erneut schreibt. Eymann geht indes davon aus, «dass es Konsequenzen für den Betrieb haben wird», sollte sich der Verdacht auf Menschenhandel erhärten.