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«Wem gehört Basel» deckt drei weitere Massenkündigungen auf

Bajour ergänzt den Massenkündigungsticker um drei weitere Massenkündigungen. Sie kamen dank Rasterfahndung mit Hilfe der Community ans Tageslicht. Darunter: 16 Wohnungen im Rosental und 25 im Gundeli.

05/04/21, 04:00 AM

Aktualisiert 05/04/21, 07:41 AM

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Monat für Monat verliert Basel günstigen Wohnraum. Bajour dokumentiert die Entwicklung im Massenkündigungsticker. Jetzt sind drei weitere Massenkündigungen dazugekommen.

Das Mehrfamilienhaus an der Allschwilerstrasse.

Das Mehrfamilienhaus an der Allschwilerstrasse.

1. Massenkündigung Nummer 28

Bei diesem Mehrfamilienhaus an der Allschwilerstrasse klingeln gleich sämtliche 🚨Massenkündigungs-Alarmglocken🚨: Die Immobilie stammt aus den späten 80er-Jahren, ist in einem attraktiven Quartier und im Besitz einer Immobilienfirma. 

Und tatsächlich, eine Google-Anfrage reicht und schon poppt ein befristetes Wohnungsinserat auf: «Helle Zwei-Zimmer-Dachwohnung im fünften Stock, per sofort bis 31. März 2024 für 1630 Franken brutto», heisst es auf mehreren Immobilien-Portalen. 

Eines der Inserate auf einem Immobilienportal.

Eines der Inserate auf einem Immobilienportal. (Foto: Screenshot)

Ein Blick ins Grundbuch zeigt: Das Haus gehört «Arctus Immobilien AG» und die bestätigt: Das Haus mit 18 Wohnungen wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, die aktuellen Mieter*innen seien Informiert worden. Positiv hervorgehoben wird die lange Vorlaufzeit (3,5 Jahre) und der «kulante Umgang» bei vorzeitigem Umzugswunsch – die Kündigungsfrist entfalle, respektive sei auf einen Monat gesenkt worden. 

Interessant ist, von wem die Antwort kam – von der Medienstelle der Zürcher Kantonalbank. «Da die Arctus Immobilien AG eine Gesellschaft der Swisscanto ist, erhalten Sie die Antworten von mir», lässt Sprecher Alexander Wolski Bajour wissen.

2. Massenkündigung Nummer 29

Die Massenkündigung an der Maulbeerstrasse 35, wurde Bajour via Massenkündigungsticker gemeldet. Dort sammeln wir alle bekannten und bestätigten Massenkündigungen in Basel. Ein Mieter hatte davon gelesen und sich an uns gewandt:, Kündigungsschreiben inklusive. 

Wir gaben die Details an Jonas weiter. Er ist Teil der freiwilligen «Wem gehört Basel»-Community und unterstützt Bajour bei Abklärungen. Seine Recherche deckt sich mit den Angaben des Mieters:  Die 16 Mietparteien müssen spätestens im August 2022 raus, weil die Liegenschaft umfassend gesamtsaniert wird.

(Foto: Screenshot)

Bajour hat Kontakt aufgenommen mit den Eigentümer*innen, zwei Privatpersonen, die ausserhalb des Kantons wohnen. Die Anfrage wurde nicht beantwortet.

Im Kündigungsschreiben, das uns der Mieter geschickt hat, steht aber folgende Grussbotschaft:, «Die Liegenschaftseigentümer bedauern die ausgesprochenen Kündigungen, sehen jedoch angesichts der tiefgreifenden Sanierungsarbeiten keine Alternative. Sie sind überzeugt, dass Sie innert der verlängerten Kündigungsfrist eine neue Wohnung finden können und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.»

Kein Schmuckstück, aber für unter 1200 Franken ein dichtes Dach über dem Kopf: Mehrfamilienhaus an der Maulbeerstrasse.

Kein Schmuckstück, aber für unter 1200 Franken ein dichtes Dach über dem Kopf: Mehrfamilienhaus an der Maulbeerstrasse. (Foto: Screenshot / newhome.ch)

3. Massenkündigung Nummer 30

Und noch eine Massenkündigung hat der «Wem gehört Basel»-Datenberg zutage gefördert: Die Mieter*innen der sieben Wohnungen am Eckhaus Gundeldingerstrasse/Pfeffingerstrasse müssen oder mussten raus – Bajour hat befristete Wohnungsausschreibungen gefunden und eine mündliche Bestätigung erhalten.

Die Inhaberfirma meldet sich nicht, wir hätten gerne gewusst, ob der Umbau des Eckhauses aus dem Jahre 1984 nicht auch in bewohntem Zustand möglich gewesen wäre. Aber manchmal reicht auch ein Blick in die «Wir über uns»-Rubrik auf der Firmenwebsite. Dort schreibt die 3E Real Estate GmbH: «Wir sind unter anderem darauf spezialisiert, renovierungsbedürftige Liegenschaften zu erwerben und diese in hohem Standard zu sanieren.»

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