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Wie? Wo? Wann?

Was du über die Corona-Impfung wissen musst

Wo werden die Basler*innen geimpft? Wer kommt zuerst dran? Was kostet mich das? Gibt es Nebenwirkungen? Wir haben die Antworten.

Valerie Zeiser

12/14/20, 02:00 AM

Aktualisiert 06/07/21, 10:39 AM

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Die Grafik oben zeigt den Stand der Impfkampagne in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland. Die rote Linie zeigt die Anzahl Personen, die in Basel-Stadt mindestens eine Impfdosis von zwei erhalten haben. Die blaue Linie jene in Baselland. Die gestrichelten Linien zeigen die Ziele der Impfkampagnen an.

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Schon ab dem 28. Dezember wurden die ersten Basler*innen gegen das Coronavirus geimpft. In der Schweiz wurden bereits die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen.

Wie die Impfungen wirken, wie sie verabreicht werden all das beschäftigt die Menschen. Hast du Fragen, die noch nicht in unserem Katalog auftauchen? Melde dich gern.

💉 Das grosse Corona-Impf-Q&A 👩🏻‍⚕️

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Wo kann ich mich in Basel impfen lassen?

Basel Stadt: In Basel-Stadt gibt es ein Impfzentrum beim Messeplatz. Diskutiert wird auch, ob Impfungen in Apotheken und Arztpraxen verabreicht werden. Kantonsarzt Thomas Steffen erklärt, das sei langfristig das Ziel, jedoch brauche es dafür noch Zeit.

Baselland: Aktuell wird im Kanton Baselland in den beiden Impfzentren Feldreben Muttenz und Stutz Lausen geimpft.

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Wer ist impfberechtigt und wer noch nicht?

Basel-Stadt: Aktuell werden die Personengruppen 4 (Personen unter 65 Jahren in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko) geimpft und 5 (alle anderen Personen) geimpft. Bis Ende Juni werden voraussichtlich sämtliche Erwachsenen, die das wünschen und bisher angemeldet sind, einen Termin für die erste Impfung erhalten haben.

Voraussetzung ist, dass mindestens die bis heute angekündigten Lieferungen der beiden heute schon zugelassenen Impfstoffe rechtzeitig eintreffen. (Stand 7. Juni 2021)

Um sich impfen zu lassen, muss man sich registrieren. Dafür muss man mindestens 16 Jahre alt sein.

Der Impfplan des Kantons Basel-Stadt ist hier im Detail anzusehen.

Baselland: Zu Impfungen zugelassen sind Personen unter 65 Jahren mit chronischen Krankheiten, Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt mit späterer Priorität, enge Kontakte von besonders gefährdeten Personen und Personen in Gemeinschaftseinrichtungen unter 65 Jahren mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko sowie alle übrigen Erwachsene. (Stand 7. Juni 2021)

Wie in Basel-Stadt kann man sich für die Impfung registrieren. Der Impfplan des Kantons Baselland ist hier abrufbar.

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Wie buche ich meinen Impf-Termin?

Basel-Stadt: Personen, die sich impfen lassen möchten, müssen dazu auf der Webseite www.coronaimpfzentrumbasel.ch oder unter der Infoline 0800 555 655 einen Termin buchen.

Spontane Impfungen ohne Voranmeldung sind nicht möglich, heisst es vom Kanton. Die Impfungen würden ausschliesslich im Impfzentrum in der Messe durchgeführt.

Personen, die nicht zur aktuellen Impfgruppe gehören, in Basel wohnhaft und über 16 Jahre alt sind, können sich über die Website des Impfzentrums Basel-Stadt für einen Impftermin registrieren. Man kommt aber nicht wegen der Registration automatisch früher zum Zug. Man bekommt höchstens in der eigenen Impfgruppe früher einen Termin.

Baselland: Man kann sich sowohl online als auch über die Hotline unter 058 387 77 07 für Impftermine anmelden.

Auch in Baselland können sich Personen, welche nicht zur aktuellen Impfgruppe gehören, für einen Impftermin registrieren. Man kommt aber nicht wegen der Registration automatisch früher zum Zug. Man bekommt höchstens in der eigenen Impfgruppe früher einen Termin.

4

Wie bekomme ich ohne Internet einen Termin?

Nicht jede*r hat einen Internetanschluss oder Angehörige, die die Buchung eines Termins übernehmen könnten. Auch steht nicht bei allen Impfberechtigten ein*e Hausärzt*in zur Unterstützung bereit. In Basel-Stadt kann der Termin zumindest auch telefonisch über eine Hotline gebucht werden (0800 555 655).

In Baselland gibt es ebenfalls eine Hotline (058 387 77 07) zur Anmeldung.

Eine Anmeldung über den Hausarzt oder die Hausärztin ist in beiden Basel nicht möglich.

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Covid-Zertifikat: Wie beweise ich, dass ich immun bin?

Mit dem Covid-Zertifikat sollen die Bürger*innen eine vollständige Covid-19-Impfung, eine durchgemachte Infektion oder einen negativen Corona-Test vorweisen können. Laut dem Kanton Basel-Stadt bekommt man das Covid-Zertifikat in Papierform oder als PDF-Dokument mit QR-Code. Dieser Code kann mit dem Smartphone gescannt und so in der App gespeichert werden. Damit das Zertifikat akzeptiert wird – als Papier oder digital – muss man sich mittels Identitätsausweis oder Pass ausweisen.

Ab dem 7. Juni 2021 beginnt die Pilotphase, in der erste, wenige Zertifikate ausgestellt werden können. Erst später soll das Zertifikat für weitere Personen verfügbar sein. Covid-Genesene etwa können ab dem 14. Juni 2021 ein Zertifikat online beantragen. Das Dokument ist 6 Monate ab durchgemachter Erkrankung gültig.

Auch vollständig Geimpfte sollen demnächst per SMS informiert werden, sodass sie ein Covid-Zertifikat über ein Webformular anfordern können. Ab der zweiten Impfung ist das Zertifikat 6 Monate gültig.

Später sollen Bürger*innen über das Covid-Zertifikat auch negative Coronatests vorweisen können. Mehr Informationen findest du hier.

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Wie werden Bewohner*innen von Pflegeheimen geimpft?

Basel-Stadt: Seit Dezember 2020 werden in Basel-Stadt Bewohner*innen von Pflegeheimen geimpft. Stand Mitte März wurden alle Pflegeheime mit einer Erstimpfung versorgt, schreibt das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt. Am 9. April verkündete der Kanton, dass die Impfkampagne in den Alters- und Pflegeheimen mit der Zweitimpfung abgeschlossen ist.

Baselland: Als einen der ersten Kantone der Schweiz konnte Baselland bereits die Impfung aller Bewohner*innen von Alters- und Pflegeheimen abschliessen.

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Muss ich in Basel-Stadt gemeldet sein, um hier geimpft zu werden?

Ja, sagt das Gesundheitsdepartement (GD) Basel-Stadt. Die Impfungen seien für die Kantonsbevölkerung vorgesehen als Teil der Impfstrategie in der Schweiz.

Ausnahmen gelten für Grenzgänger*innen, die in der Schweiz eine obligatorische Krankenverischerung abgeschlossen haben. Ausserdem für Grenzgänger*innen, die durch ihre Arbeit in der Schweiz einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind ( Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt sowie Betreuungspersonal in Pflege- und Altersheimen)


Auch haben wir bei GD und Unispital (USB) nachgefragt, wie Impfungen von Ärzt*innen und Pflegepersonal (auch aus dem Um- und Ausland) gemanagt werden. «Wir werden am USB nur unsere eigenen Leute impfen, die Bevölkerung wird durch den Kanton versorgt in seinem geplanten Impfzentrum», teilt Unispital-Sprecher Nicolas Drechsler mit. Alles andere werde sich erst in den kommenden Wochen klären.

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Wie kommen wir mit dem Impfen voran?

Basel-Stadt: Der Kanton hat bisher insgesamt 63'316 Impfungen verabreicht, 43'267 Personen haben eine erste Impfdosis erhalten, 20'049 haben bereits eine zweite Dosis erhalten (Stand 7.5.2021). Diese Daten hat das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt veröffentlicht. Sie werden laufend aktualisiert.

Anne Tschudin, Leiterin Kommunikation des Basler Gesundheitsdepartements, rechnet damit, das Ende Juni 2021 62 Prozent der impfberechtigten Bevölkerung geimpft ist. Bis Ende Juni sollen zudem alle Erwachsenen einen Termin für die Erstimpfung erhalten haben. Die zweite Impfung wird dann vier Wochen später durchgeführt.

Baselland: hat bisher 115'076 Impfungen verabreicht, das sind 39.75 pro 100 Einwohner*innen (Stand 2.5.2021).

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Welche Impfstoffe sind in der Schweiz zugelassen?

Zugelassen und verimpft werden in der Schweiz die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Noch im Zulassungsverfahren befindet sich der Impfstoff des britischen Pharmakonzerns Astra Zeneca. Noch kein Zulassungsgesuch eingereicht haben Curevac und Novavax, obwohl die Schweiz bereits Impfdosen bei ihnen bestellt hat.

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Wie viele Impfdosen hat sich die Schweiz bisher gesichert?

Biontech/Pfizer: Insgesamt hat der Bund sechs Millionen Dosen bestellt.

Moderna: Insgesamt hat der Bund13.5 Millionen Impfdosen bei Moderna bestellt. Ausserdem hat er für Anfang 2022 weitere sieben Millionen Dosen und im Verlaufe des Jahres nochmals sieben Millionen Dosen bestellt.

Astra Zeneca: Noch ist der Impfstoff in der Schweiz zwar nicht zugelassen, aber der Bund hat bereits 5.3 Millionen Dosen von Astra Zeneca bestellt.

Curevac: Beim biopharmazeutischen Unternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden hat der Bund fünf Millionen Impfdosen bestellt.

Novavax: Auch hier hat sich die Schweiz 6 Millionen Impfdosen bestellt.

Insgesamt sind damit 32,8 Millionen Impfdosen bestellt, fast vier Dosen pro Einwohner*in. Vom BAG heisst es dazu: «Der Bezug der Impfstoffe bei verschiedenen Herstellern soll sicherstellen, dass auch bei Lieferschwierigkeiten genügend Impfdosen eines zugelassenen Impfstoffs der Bevölkerung zur Verfügung stehen.»

Im April, Mai, Juni und Juli werden laut BAG rund acht Millionen Imfpdosen von Biontech/Pfizer und Moderna die Schweiz erreichen.

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Wieso ging die Zulassung des Impfstoffes so schnell?

Die Praxis, Personen mit der mRNA-Methode gegen Covid-19 zu impfen, ist zwar neu, aber bereits seit über zehn Jahren wird an ihr geforscht, wie Infovac schreibt. Vor der Covid-19-Pandemie wurden jedoch viel weniger Ressourcen in die Forschung gesteckt als jetzt.

Wie Quarks, die Wissenschaftsredaktion des WDR, schreibt, kann die Zulassung eines Impfstoffes unter anderem auch lange dauern, wegen Startschwierigkeiten, Finanzierungsproblemen, bürokratischen Hürden, wenigen Probanden und Infektionen und mutationsfreudigen Viren. All diese Dinge gab es bei der Entwicklung des Covid-19 Impfstoffes nicht, weshalb das Verfahren stark verkürzt werden konnte.

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Sollte ich mich impfen lassen, auch wenn ich jung und gesund bin?

Dazu schreibt Infovac, eine Plattform für Informationen und Beratungen über Impfungen: «Es ist Sache jedes Einzelnen, die Risiken zu wählen, denen er oder sie sich ausgesetzt. Es stimmt, dass COVID-19 für die meisten gesunden jungen Menschen harmlos ist. Aber es kann manchmal schwerwiegend sein, lange andauern oder Spätfolgen (Verlust des Geschmacks- und/oder Geruchssinns) haben, auch bei Personen, die nicht zu einer Risikogruppe gehören.»

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Sollen Kinder auch geimpft werden?

Auf der Seite des BAG heisst es, die Impfung von Kindern und Jugendlichen sei noch nicht vorgesehen. Es fehlten momentan noch die entsprechenden Studiendaten für diese Altersgruppen.

Für den Impfstoff von Pfizer/Biontech gilt laut BAG aufgrund der Daten zu Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität, dass der Impfstoff ohne Alterseinschränkung für alle Erwachsenen ab 16 Jahren geeignet ist. 

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Soll ich mich impfen lassen, wenn ich schwanger bin?

Da schwangere Personen bis jetzt nicht Teil von Studien rund um die Corona-Impfung waren, gibt das BAG keine Impf-Empfehlung während der Schwangerschaft.

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Kann jede*r geimpft werden?

Welche Personengruppe wann geimpft werden kann, hängt laut BAG von den Resultaten der Wirksamkeitsstudie der Phase 3 ab. Jeder Impfstoff hat demnach unterschiedliche Eigenschaften, die je nach Zielgruppe (z.B. besonders gefährdete Personen, ältere Menschen) möglicherweise anders wirken. Die Impfempfehlungen wird in der Schweiz von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) erarbeitet. Für die Impfempfehlungen werden die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse einbezogen und die aktuelle epidemiologische Lage berücksichtigt.

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Und was ist mit dem Pflegepersonal aus dem Umland?

Dazu gibt es aktuell Diskussionen. Das Unispital Basel möchte alle seine Angestellten impfen. Das geht allerdings nicht, weil die Impfstrategie der Schweiz vorsieht, dass jeder Kanton nur Impfdosen für die eigene Bevölkerung bekommt. Gesundheitspersonal aus Solothurn, Baselland oder auch Deutschland könnte damit nicht im Unispital geimpft werden. Laut Unispital-Sprecher Nicolas Drechsler betrifft das etwa die Hälfte der Angestellten. Diese müssten sich dann in ihrem Heimatkanton registrieren und die Impfung dort organisieren - ein grosser Aufwand. Beim BAG sei schon angefragt worden, wie man das Problem lösen könnte.

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Kann ich mich impfen lassen, auch wenn ich Corona schon hatte?

Diese Frage beantwortete das BAG am 14. April 2021. Personen, die eine Covid-19 Infektion durchgemacht haben, sollen erst sechs Monate nach der Infektion eine Impfung machen, so die Empfehlung. Auch brauchen solche Personen laut BAG nur eine statt zwei Impfdosen. «Studien zeigen, dass Personen mit einer symptomatischen Erkrankung und einer Impfdosis eine ähnlich gute Immunantwort aufbauen wie Personen ohne Covid-19 nach 2 Impfdosen.» wie das BAG schreibt.

Risikopersonen, die eine Covid-19 Infektion durchgemacht haben, sollen bereits drei Monate nach der Infektion geimpft werden. Ausserdem sollen sie auch zwei Impfdosen erhalten.

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Gibt es eine Impfpflicht?

Nein, eine Impflicht ist in der Schweiz nicht vorgesehen. Es kann allerdings passieren, dass geimpfte Menschen bevorzugt behandelt werden, zum Beispiel von Unternehmen. So hat etwa die australische Airline Qantas angekündigt, nur geimpfte Personen an Bord ihrer Maschinen zu lassen. Die Swiss schliesst eine Impfpflicht für ihre Flüge bisher aus.

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Verhindert die Impfung wirklich eine Übertragung des Virus?

Das ist noch nicht abschliessend bewiesen. Infovac schreibt, es könne durchaus der Fall sein, «dass eine Impfung das Übertragungsrisiko verringert». Dies könnte laut Infovac diejenigen, die mit gebrechlichen Menschen zusammenleben oder Kontakt haben, dazu motivieren, die Impfung zu akzeptieren, um diese Personen zu schützen.

Expert*innen vom Robert-Koch-Institut in Berlin gehen davon aus, dass sich das Virus, trotz Impfung, in Nase und Mund vermehren könnte. Ähnlich ist das auch bei der Kinderlähmung: Auch dort können geimpfte noch ansteckend sein, die Krankheit jedoch selber nicht bekommen. Die Fachpersonen gehen aber auch davon aus, dass das Übertragungsrisiko durch die Impfung vermindert wird.

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Gibt es Nebenwirkungen?

Bis zum 8. März 2021 hat Swissmedic in Zusammenarbeit mit den regionalen Pharmacovigilance-Zentren 597 Meldungen über unrwünschte Nebenwirkungen durch Covid-19 Impfungen in der Schweiz ausgewertet. 343 Meldungen beziehen sich auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer, 251 auf den von Moderna. 70.4 Prozent der Meldungen war nicht schwerwiegend, 177 wurden als schwerwiegend eingestuft. Dazu gehören Fälle von Fieber (24), Luftnot (18), Corona-Infektionen (14), Erbrechen (11), Überempfindlichkeit (11), anaphylaktische Reaktionen (8), Kopfschmerzen/Migräne (11) und Herpes Zoster Reaktivierung (10)

In 21 schwerwiegenden Fällen sind die Personen in unterschiedlichen Zeiträumen nach der Impfung verstorben. Laut Swissmedic gibt es aber keine Hinweise, dass die Impfungen die Todesursache ist.

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Was läuft da bei Astra-Zeneca?

Dieser Impfstoff ist in der Schweiz noch nicht zugelassen. In vielen europäischen Ländern hingegen schon. In den letzten Wochen gab es medial sehr viel Wirbel um den Impfstoff des internationalen Pharmakonzerns Astra Zeneca. Deutschland und andere Länder stoppten den Impfeinsatz des Vakzins. Dies wegen einem möglicherweise erhöhtem Risiko von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Wirkstoff. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA untersuchte die Fälle und kam zum Schluss, das von dem Impfstoff kein allgemein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel bestehe. Zugleich habe eine Verbindung mit bestimmten Fällen aber auch nicht definitiv ausgeschlossen werden können. Daher würden die Prüfungen und Studien fortgesetzt.

Du willst genau wissen, um was für Blutgerinnsel es sich handelt und ob du dich mit Astra Zeneca impfen sollst? Mai Thi Nguyen-Kim (Journalistin des Jahres in der Kategorie Wissenschaft 2018) hat funk.de ein Video veröffentlicht, indem sie die Ergebnisse der EMA-Studie genauer erläutert. Definitiv einen Klick wert.

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Gibt es Langzeitfolgen?

Um diese Frage abschliessend zu klären, ist noch nicht genug Zeit vergangen. Dr. Isabella Suarez, Infektiologin der Uniklinik in Köln, sagt gegenüber dem WDR, dass der mRNA-Impfstoff sehr schnell abgebaut werde im Körper. Genauer: Innerhalb von 50 Stunden ist die mRNA nicht mehr im Körper nachweisbar, denn er dient nur als Bauplan für ein Eiweiss, das auf den Viren vorkomme. Sobald der Körper diesen Bauplan kennt, hat er keine Verwendung mehr für die mRNA. Er bildet Antikörper gegen die Coronaviren, sodass der Körper bei einem späteren Kontakt diese bekämpfen kann. Deshalb erwarte sie keine Langzeitfolgen.

Sicher ist, dass der mRNA-Impfstoff nicht in das Erbgut von Menschen eingreifen kann. Denn er kommt nicht in Kontakt mit diesem. Messenger-RNA, oder im Deutschen Boten-RNA genannt, gibt es in unserem Körper viel, jedoch befindet er sich im Zellplasma. Unser Erbgut hingegen befindet sich im Zellkern. Diese zwei Orte sind durch Membrane voneinander getrennt und die mRNA gelangt so nicht an unsere DNA.

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Wer entscheidet, ob ein Impfstoff zugelassen wird?

In der Schweiz ist Swissmedic für die Zulassung zuständig und entscheidet, ob ein Impfstoff eingesetzt wird. Kann Swissmedic die Wirksamkeit, die Sicherheit und die Qualität des Impfstoffes bestätigen, erteilt sie die Marktzulassung für die Schweiz.

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Welchen Impfstoff bekommen wir in Basel?

Jeder Kanton bekommt laut Gesundheitsdepartement von jedem Impfstoff prozentual zur Bevölkerung, wenn er zugelassen ist. Zur Zeit sind die Impfstoffe von Binotech/Pfizer und Moderna zugelassen.

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Gibt es genügend Impfstoff?

Für die Kantone, und damit auch Basel-Stadt, steht momentan nur eine begrenzte Anzahl Dosen des Impfstoffes bereit. Deshalb bedarf es laut Gesundheitsdepartement einer Priorisierung (siehe Frage 2). Im April, Mai, Juni und Juli erhält die Schweiz rund acht Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer und Moderna.

Eine Schwierigkeit bei der Produktion sind die begrenzten Kapazitäten zum Abfüllen des Impfstoffs. Die Pharmaunternehmen Novartis und Sanofi haben angekündigt, den Impfstoff-Hersteller Biontech bei diesem Prozess unterstützen zu wollen, um die Produktion zu beschleunigen. Andere Unternehmen könnten folgen.

26

Was kostet mich die Impfung?

Die Impfung ist für die Bevölkerung kostenlos. Dazu hat der Bundesrat den Tarifvertrag genehmigt, der die Vergütung der Covid-19-Impfung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung regelt.

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Wie wirken die Impfstoffe?

Biontech/Pfizer und Moderna setzen bei ihren Impfstoffen auf eine neuartige mRNA-Technologie. Auf der Seite des BAG heisst es, die mRNA sei eine Art Botenmolekül, das die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen mit sich trägt. Die Körperzellen würden so «lernen», wie sie ein Virus-Protein herstellen. Produziert der Körper das Protein vom Coronavirus, schlägt das Immunsystem Alarm und bildet Antikörper gegen das Virus. So soll es bekämpft werden.

Im Gegensatz zu Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich beim Impfstoff von Astra Zeneca nicht um mRNA-Technologie, sondern um einen Vektor-Impfstoff. Bei solch einer Impfung wird genetisches Material des Erregers in ein Virus oder Bakterium eingebracht, das beim Menschen keine Krankheiten auslöst. Diese sogenannten «Vektoren» würden sich nur begrenzt im menschlichen Körper vermehren, trotzdem sorgen sie für eine Immunantwort, sodass sich Antikörper gegen das Virus bilden.Bei Kontakt mit Covid-19 erinnert sich der Körper an das Virus und kann so eine Immunantwort in Gang setzet und die Person erkrankt nicht.

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Muss ich mich mehrmals impfen lassen, damit der Schutz wirkt?

Laut BAG sind zwei Dosen im Abstand von drei, vier Wochen nötig. Sobald Swissmedic die Zulassung für einen Impfstoff erteilt, erarbeitet die EKIF die Impfempfehlungen pro Impfstoff.

Generell könnten regelmässige Impfungen erforderlich sein, um sich gegen das Coronavirus zu schützen. Nach Angaben von Infovac ist es möglich, dass die Wirksamkeit von RNA-Impfstoffen über Jahre hinweg sehr hoch bleibt (95%), oder nach 3-4 Monaten abnimmt und sich dann stabilisiert, oder kontinuierlich abnimmt. So könne noch nicht ausgeschlossen werden, dass zum Beispiel jährliche Impfungen für Risikopersonen notwendig sind, wie es auch bei der Grippe der Fall ist.

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Was hat es mit der Mutation des Virus auf sich?

Mittlerweile sind verschiedene Mutanten des Coronavirus aufgetreten. Neben Grossbritannien wurden auch in Südafrika und Brasilien, Kalifornien, Frankreich und Deutschland Mutationen festgestellt. Die südafrikanische, brasilianische und britische Virus-Varianten sind ansteckender als die ursprüngliche. Auch in der Schweiz sind bereits Infektionen mit der britischen, brasilianischen und südafrikanischen Version des Virus festgestellt worden. Insgesamt gab es deren 24'245 Fälle (Stand 29.3.2021). Seit dem 26. März machen die Virusvarianten damit über 90 Prozent der täglichen Ansteckungen in der Schweiz aus.

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Erreichen wir mit der Impfung Herdenimmunität?

Nach Angaben des BAG ist es «kein prioritäres Ziel der Covid-19-Impfung, eine Herdenimmunität zu erreichen». Erstes Ziel einer Impfung gegen Covid-19 sei es, besonders gefährdete Personen zu schützen und damit schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu reduzieren.

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Wie verteilt der Bund die Impfstoffe auf die Kantone ?

Laut Gesundheitsdepartements Basel-Stadt werden die Impfstoffdosen prozentual zur Bevölkerung in den Kantonen verteilt. Jeder Kanton sei dafür verantwortlich, die bestmögliche Logistik zu organisieren, um eine rasche und sichere Impfung zu ermöglichen, schreibt Infovac.

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Wie kommt der Impfstoff nach Basel?

Der Impfstoff wird nach Angaben des Gesundheitsdepartements von der Armee an die Kantone verteilt.

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Wo finde ich Informationen zur Impfung in der Schweiz?

Informationen zur Covid-19 Impfung in der Schweiz findest du bei Infovac oder beim BAG. Das Bundesamt für Gesundheit hat auch eine Hotline eingerichtet, die du unter +41 58 463 00 00 täglich von 6 Uhr Morgens bis 23 Uhr erreichen kannst.

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