Wem gehört Basel? Wir finden es raus

Wer hat die Macht auf dem Basler Wohnungsmarkt? Wir wollen es wissen und knacken dafür die Immobilien-Blackbox Basel – zusammen mit dir und 1250 Bajour-Leser*innen. Hier erfährst du wie.

Schaufenster Bajour Büro Wem gehört Basel
(Quelle: Valentin Ismail)

In den letzten drei Jahren haben Immobilienfirmen 27 mal Leute auf die Strasse gestellt. Wir von Bajour führen Buch und zwar mit unserem Massenkündigungsticker. Du hast mit Hinweisen kräftig mitgeholfen, liebe Community.

Wenn man sich durch die Massenkündigungen scrollt, fällt auf: Einige Firmen tauchen gleich mehrfach auf. Etwa der Versicherungskonzern Zurich. Wir fragten bei der Versicherung nach: «Können Sie uns sagen, wie viele Immobilien die Zurich Anlagestiftung in Basel besitzt?» Wir bekamen keine Antwort. Bei der Stadtverwaltung: «Wie viele Immobilien besitzt die Zurich Versicherung»? Auch keine Antwort. Und das Grundbuch half uns auch nicht weiter. Zwar enthält es alle Eigentumsauskünfte und ist öffentlich, aber ob und wie viel Grundeigentum die Zurich oder sonst ein*e Eigentümer*in besitzt, bleibt geheim.

Doch jetzt langt's! Wir von Bajour wollen die Blackbox knacken! Wir wollen endlich wissen:

  • Wer sind die grossen Player im Basler Immobilienmarkt?
  • Was haben sie mit unserer Stadt vor?
  • Weshalb wird Wohnen immer teurer?

Dafür brauchen wir dich! Zusammen finden wir bei jedem einzelnen Haus in Basel heraus, wem es gehört.

Wie? Ganz legal mit dem Computer: Das Gesetz erlaubt es jedem Menschen, Besitzer*inneninfos einzelner Grundstücken abzufragen. Aber: Pro Tag sind nur 20 Abfragen möglich. Und das ist auch schon das Problem: Mit 20 Abfragen pro Tag kommen wir nirgends hin. Die Bajour-Redaktion bräuchte eineinhalb Jahre, um sämtliche 25’204 Adressen der Stadt abzufragen. Doch wenn du und deine Freund*innen mitmachen, schaffen wir es bis zur Fasnacht!

Das Ganze funktioniert so: Bajour hat unter wemgehoertbasel.ch ein Tool entwickelt. Es nennt dir die Adressen, die du abfragen sollst – und sammelt Infos zu den Hausbesitzer*innen. Ganz am Schluss bekommen wir so eine Basler Karte, in der jedes einzelne Haus mit Besitzer*in eingezeichnet ist. Bis Fasnacht wollen wir alle Besitzer*innen beisammen haben. Hilfst du uns?

Wem gehört Basel

Wem gehört Basel?

👈 Diese von Bajour entwickelte Webapp ist die Schaltzentrale. Sie spuckt  Adressen aus und nimmt Infos zu der Immobilie  entgegen. Die Rechnung ist simpel: Bei 20 Abfragen pro Person und 25’000 Adressen sind mindestens 1250 freiwillige Rechercheur*innen nötig. Zusammen schaffen wir das!

Willst du grad anfangen? Dann geh auf www.wemgehoertbasel.ch und sammle deine ersten 20 Adressen. Und fordere 5 deiner Freund*innen auf, mitzuhelfen!

Inspiration / Projektteam

"Wem gehört Basel?" ist inspiriert vom Schwarm-Rechercheprojekt "Wem gehört die Stadt?" des Recherchezentrums Correctiv aus Deutschland. Zudem durften wir Teile des Python-Codes zur Datenauswertung von unserem Partnermedium tsri.ch übernehmen - ❤️ dafür. Und das Webtool, mit dem die Bajour-Crowd Besitzer*innendaten sammelt, basiert auf Open Source Code, unter anderem von vue.js / nuxt.js, express.js in Verbindung mit node.js sowie der Hosting-Magie von Netlify.

Für Bajour an der Umsetzung beteiligt waren: Angela Krenger, Romina Loliva, Manuela Paganini, Silvan Hahn, Samuel Hufschmid, das ganze Bajour-Team und über 150 freiwillige Crowdsourcer*innen - hier findets du das ganze "wem gehört Basel"-Team. 

Basel Briefing

Das wichtigste für den Tag
Jetzt Abonnieren
Jetzt Member Werden

Das könnte dich auch interessieren

Inselstrasse 62-66 Kleinhüningen Leerkündigung Asylsuchende Wohnungen

David Rutschmann am 11. Juni 2024

Zeitarbeits-WG statt Quartierblock

Der Kanton quartiert Asylsuchenden an der Inselstrasse ein. Sie sollen in einigen Tagen einziehen. Trotzdem sind einige Wohnungen im Wohnblock, der vor einem Jahr leergekündigt wurde, bereits bewohnt. An wen vermietet die Firma Varioserv sonst noch?

Weiterlesen
Inselstrasse 62 bis 66 Basel Kleinhüningen Geflüchtete

David Rutschmann am 03. Juni 2024

«Der Kanton vergoldet die Massenkündigung»

Vor einem Jahr erhielten Mieter*innen an der Inselstrasse 62-66 die Massenkündigung. Nun will der Kanton in den leeren Wohnungen temporär Geflüchtete unterbringen. Basta-Grossrätin Heidi Mück hat Fragen.

Weiterlesen
Inselstrasse

Michelle Isler am 31. Mai 2024

Kaspar Sutter: «Das Haus war leer»

Ab Mitte Juni ziehen Geflüchtete in einen Block an der Inselstrasse, der letztes Jahr leergekündigt wurde. Die Anwohner*innen fühlen sich vom Kanton im Stich gelassen.

Weiterlesen
20240515_204027

Balz Nyffenegger am 17. Mai 2024

Zwischen Gentrifizierung und Lebensqualität

Das Klybeck und Kleinhüningen sollen sich mit Projekten wie dem neuen Klybeck Plus weiterentwickeln. Die Bevölkerung vor Ort fühlt sich dabei vernachlässigt, wie sich bei einem Quartiertreffen zeigt.

Weiterlesen

Kommentare