Stephanie Eymann im Interview

«Ich war so nervös, wie noch nie»

Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann (LDP) war in den letzten Monaten im Krisenmodus. Bei den Regierungswahlen schafft sie trozudem das absolute Mehr bei den Zwischenresultaten. Ist sie erleichtert?

Stephanie Eymann Wahlen 2024 Oktober
Stephanie Eymann traute der Sache vor den Wahlen nicht ganz. (Bild: Ernst Field)

Stephanie Eymann, Sie haben bei den Zwischenresultaten das absolute Mehr erreicht. Sind Sie erleichtert?

Es sind die Zwischenresultate und natürlich bin ich erleichtert, wenn ich das so sehe. Man muss aber immer das Schlussresultat im Auge behalten.

Haben Sie damit gerechnet, dass Sie bereits am Mittag das absolute Mehr erreichen?

Ich war so nervös, wie noch nie in meinem Leben. Ich konnte keine Einschätzung mehr machen. Ich war im letzten Monat so stark im Krisenmodus mit der Polizei und mit all den Dingen, die es anzupacken gibt, dass ich unsicher war, wie die Bevölkerung das wertet. Gibt es Leute, die sagen: «Doch, wir trauen es Frau Eymann zu, dass sie das anpackt.» Oder eben nicht. Darum war ich sehr unsicher – eine Prognose schwierig.

Im Wahlkampf hat Ihre Partei aufs Thema Sicherheit gesetzt. Die SVP macht das schon lange. Beim Regierungswahlkampf sieht das Zwischenresultat gut aus, im Grossen Rat zeichnet sich ab, dass die LDP einen Sitz verlieren wird. Was bedeutet diese Diskrepanz?

Ich glaube, das ist noch zu früh. Wir haben erst gerade diese Folie mit den Resultaten gesehen, ich musste erst mal einordnen, wo wir stehen, und wir müssen nun im Nachgang das anschauen und besprechen. Dass die LDP das Thema Sicherheit nun auch hoch wertet, finde ich wichtig. Es ist auch wichtig, dass das andere Parteien auch machen. Wir haben unsere Themen in unserer Stadt und im Kanton. Wenn wir gemeinsam hinstehen und sagen, Sicherheit ist ein hohes Gut, dann ist das parteiunabhängig.

Glauben Sie, die Bevölkerung nimmt Ihnen ab, dass die LDP nun auf die Sicherheit setzt, obwohl das die SVP schon lange macht?

Ich weiss es nicht. Das muss man dann die Bevölkerung fragen. Wir müssen es analysieren. Dass man es mir ab nimmt, das nehme ich schon an. Ich habe mich vier Jahre fürs Thema eingesetzt auf verschiedene Art und Weisen, sowohl im präventiven Bereich oder wenn es um Hotspots geht, also um Themen, die die Stadt bewegen. Deshalb glaube ich schon, dass es ein schönes Zeichen ist und ein Zutrauen, dass wir weitermachen dürfen.

Was machen Sie bis 21 Uhr, wenn dann die Endresultate bekannt gegeben werden?

Schon ein wenige herum nervöselen, so wie ich das schon den ganzen Morgen mache. Ich finde es eine wahnsinnig lange Zeitdauer, bis man Definitives weiss. Ich kann doch auch erst richtig ruhig werden, wenn ich das definitive Resultat habe. Wahrscheinlich gehe ich noch mit dem Hund in den Wald.

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