«Ich übe mein Amt aus, als wenn nichts wäre»
SVP-Politikerin Gianna Hablützel-Bürki wurde vom Parlament zur höchsten Baslerin gewählt. Ein laufendes Gerichtsverfahren gab vorher zu reden, spielte bei der Wahl jedoch keine entscheidende Rolle. Im Gespräch erzählt Hablützel, wieso ein mögliches Urteil keinen Einfluss auf ihr Amt hat.
Gianna Hablützel-Bürki, Sie sind gewählt worden. Überraschung oder Formsache?
Ich freue mich natürlich sehr, dass es im ersten Wahlgang schon geklappt hat. Ich bin davon ausgegangen, weil in dem Jahr, in dem ich Statthalterin war, habe ich bewiesen, dass ich die Parteifarben abgelegt habe und dass ich wirklich neutral bin und entsprechend mich auch für alle Mitglieder hier genau gleich einsetze.
Auch obwohl letztes Jahr die Wahl von Statthalter-Grossratspräsident nicht so abgelaufen ist wie sonst. Hat das nicht einen Beigeschmack gehabt?
Mag sein, aber ich schaue nicht zurück, sondern vorwärts. Und ich freue mich, dass es jetzt geklappt hat.
Wie haben Sie sich in diesem Jahr als Statthalterin darauf vorbereitet, Grossratspräsidentin zu werden, obwohl Sie ursprünglich gar nicht dafür vorgesehen waren?
Ich bin relativ schnell ins kalte Wasser geworfen worden. Ich habe natürlich eine lehrreiche Zeit hinter mir. Ich durfte den ganzen Ratsbetrieb kennenlernen und hatte natürlich auch mit dem jetzigen Grossratspräsidenten Balz Herter jemanden, bei dem ich viel abschauen konnte. Von dem her ist es für mich sehr positiv, mit schönen Erinnerungen zurückzuschauen.
Ihr Ergebnis war nicht einstimmig. 63 Stimmen. Wie stimmt Sie das jetzt für Ihren Start als Grossratspräsidentin?
Für mich zählt nur, ob ich gewählt oder nicht gewählt bin. Das Ergebnis spielt schlussendlich keine Rolle, hat keinen Einfluss auf mein Engagement als Grossratspräsidentin oder ganz grundsätzlich, wie ich mich noch härter einsetze als Repräsentantin von unserem Kanton und von unserem Parlament.
Sie haben ein laufendes Gerichtsverfahren, welches wahrscheinlich oder eventuell dieses Jahr behandelt wird. Stresst Sie das jetzt in Ihrem neuen Amt?
Absolut nicht, weil ich ganz klar zwischen privat und Politik trenne. Und das ist eine ganz klare private Angelegenheit. Und von daher übe ich mein Amt aus, als wenn nichts wäre.
Also Sie sagen, egal wie das Gerichtsverfahren rauskommt, das würde keinen Einfluss haben auf Ihre Funktion als Grossratspräsidentin und somit höchste Baslerin?
Nein, weil ich bin meinem Amt bewusst und ich würde den Kantonen so präsentieren, wie ich es machen muss. Und von daher bin ich als Politikerin in der Öffentlichkeit und nicht als Privatperson.
Sie leiten Sitzungen hier im Grossen Rat ab dem 1. Februar. Sie dürfen den Leuten das Wort erteilen und entziehen. Werden Sie alle gleich behandeln?
Selbstverständlich, das ist auch meine Aufgabe als Grossratspräsidentin, für alle Mitglieder genau gleich zu sein. Und entsprechend werde ich mich auch ganz klar fair verhalten.