Stören dich die vielen Demos in der Stadt?
Die Kantonspolizei hat die Demonstrationsstatistik 2025 veröffentlicht. «Mehr Kundgebungen als Tage im Jahr» titelt die BaZ mit Verweis auf die Gesamtzahl von 394 Kundgebungen (86 unbewilligt). Allerdings werden da auch Standkundgebungen und Mahnwachen dazugerechnet – Demonstrationen, die sich durch die Innenstadt bewegen, wurden 2025 68 Stück gezählt (19 mehr als im Vorjahr). Zum Vergleich: 2022 fanden über 100 Kundgebungen weniger statt, es gab aber fast gleich viele Demonstrationen (69). Der starke Anstieg an Kundgebungen in den vergangenen Jahren ist also vor allem auf Standkundgebungen und Mahnwachen zurückzuführen. Dennoch wird derzeit viel über die Demonstrationszüge in der Innenstadt diskutiert. Die prekäre Lage der Kurd*innen in Syrien/Rojava mobilisiert in Basel, wo es eine grosse kurdische Community gibt. Laut Prime News hat es in den vergangenen 20 Tagen sieben Demos dazu gegeben – mit teils längeren Blockaden und Störungen, wie die Basler Verkehrsbetriebe bestätigen.
Was nützen Demos grundsätzlich?
Im Prinzip stören mich die Demos kaum, aber ich frage mich prinzipiell, was diese Demos überhaupt bringen. Sind sie jeweils ein kollektiver Ausdruck von Wut? Aufmerksamkeit bekommen? Die Reaktion der Leute, die den Demos direkt begegnen, ist meist negativ. Zudem nützen die Demos denjenigen, für die demonstriert wird, nichts. Also wenn schon Demo, wäre etwas mehr Phantasie gefragt. Etwas, das mehr bringen würde, als die ewigen Transparente, das Schreien von Losungen im Chor, das Blockieren von Verkehr oder gar Kämpfe mit der Polizei, die als Feindbild für alles herhalten muss. Fazit: Ohne jede Ironie und ganz nüchtern betrachtet, sind Demos in der klassischen Form meist überflüssig. Das ist kein Grund sie zu verbieten oder einzuschränken. Es ist aber ein Aufruf an die Demonstrations-Organisator:innen, sich mehr zu hinterfragen und originellere und weniger destruktive Formen des Protestes zu entwickeln.
Verantwortung der Medien?
Es ist leider so, die meisten Anliegen der Demonstrierenden werden nicht gehört. Das hat aber auch einiges mit der Berichterstattung – auch von bajour! – zu tun: Bleibt es friedlich, kommt gar nichts; gibt es Krawall, wird darüber berichtet – oft ohne überhaupt zu erwähnen, um was es geht. Auch heute schreibt bajour gerade mal 2 Sätze über die kurdischen Demonstrationen. Kein Wort darüber, wie es den vielen Basler*innen mit kurdischen Wurzeln geht. Eine kurdische Nachbarin sagt, sie könne nur noch weinen und beten – darüber schreibt niemand. Das sind unsere Nachbarn, es geht uns hochgradig etwas an! Auch was das Wiedererstarken des IS für die Frauen, die Demokratie und die Minderheiten in Nordsyrien bedeutet. Leider sind die letzten griffigen Artikel schon ordenlich alt, z.B.: https://bajour.ch/a/rojava-demonstrationen-in-den-basler-medien:-erst-kommt-das-fressen. Für Basel wäre es wichtig, dass da umfassender berichtet wird und bajour hätte die Möglichkeit dazu. Bitte nutzen!
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