Frauen in den 3E: Hilft das der Gleichstellung?
Vogel Gryff ist der höchste Feiertag des Kleinbasels. Bei den drei Ehrengesellschaften (3E) sind nun erstmals Frauen beigetreten, die beim Gryffenmähli zeremoniell aufgenommen wurden: Anna Grafström Burkhardt (Zum Rebhaus) und Emélie Dunn (Zum Greifen). Sie befanden sich schon länger auf der Warteliste, denn in den 3E dürfen jeweils nur 150 Mitglieder gleichzeitig sein. Seit 2018 ist die Aufnahme von Frauen in der vormals reinen Männergesellschaft möglich – dem war ein intensiver öffentlicher Diskurs über diese Exklusivität vorausgegangen. 2021 verankerte der Bürgerrat die Gleichstellung im Organisationsreglement der 3E. Die Frage bleibt, ob die Aufnahme der zwei Frauen bei den 3E auch in anderen Bereichen des Vereinswesens Nachahmer findet: Es gibt in der Region weitere grosse, traditionsträchtige Organisationen, die bislang keine Frauen aufnehmen – Fasnachtscliquen wie die Olympia oder Veranstaltungen wie der Banntag in Liestal.
Madera
Natürlich könnten Frauen auch in der Ehrengesellschaft mitmachen. Aber wieso sollten Sie? Es ist nicht so, als ob die Teilnahme an diesen Organisationen für mich wichtig wäre, aber ich akzeptiere wenn andere Frauen sich das wünschen. Gleichzeitig geht es nicht immer um Diskriminierung, sondern Wahrung von Intimität, wenn etwas exklusiv ist. Wenn gewisse Kreise für Männer geschaffen wurden und der Mehrwert existiert, dass diese mal eine Runde geniessen können, wo sie sich nicht von Frauen beobachtet fühlen, dann freut ich das für diese Menschen. Es ist wohltuend in gefühlt sicheren Kreisen zu sein und die spezielle Dynamik zu geniessen, die man mit gleichgeschlechtlichen Menschen teilt. Es ist nunmal so, dass man sich in Präsenz von einem anderen Geschlecht nochmal anders fühlt. Nicht negativ, aber einfach anders und manchmal braucht man gerade dieses Gefühl von Homogenität. Ich will den Männern das nicht wegnehmen. Ich finde es sogar sehr süss, Männer untereinander fröhlich zu sehen.
Wir sind auf dem richtigen Weg
Achtung: Äpfel sind keine Birnen: Eine Olympia ist zwar ein traditionsreicher Männerfasnachtsverein, aber wenn eine Frau Fasnacht machen will, ist sie nicht darauf angewiesen. Sie kann auch bei einer traditionsreichen Frauen- oder gemischten Clique mitmachen. Zünfte, Ehrengesellschaften, u.a.m sind aber Monopolorganisationen. Wenn Frauen deren Traditionen gleichberechtigt leben wollen (z.B. auch einen Schluck trinken aus einem jahrhundertealten Zunftbecher), dann können sie das nur innerhalb der entspr. Organisationen tun. Da hilft es nicht eine Frauenzunft zu gründen, denn das wäre etwas Neues. Beim Banntag verhält es sich ähnlich, aber über diesen Gartenhag will ich mich als Basler nicht hinauslehnen. Insofern lautet meine Antwort klar: Ja, die Aufnahme von Frauen fördert die Gleichstellung (e weeneli). Aber mit Zwang und Zwängen macht man mehr kaputt, als man erreicht. Gut Ding will Weile haben, wir sind auf dem richtigen Weg, sprach der Meister E.E. Zunft zu Schneidern.
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