Soll sich Basel für Olympia 2038 in der Schweiz einsetzen?

Soll sich Basel für Olympia 2038 in der Schweiz einsetzen?

Die Schweiz will 90 Jahre nach den Olympischen Winterspielen in St. Moritz wieder Olympia-Austragungsland sein. Die Bewerbungen für 2030 und 2034 klappten nicht, doch für 2038 hat die Schweiz vom Olympischen Komitee IOC einen «privilegierten Dialog» angeboten bekommen. Swiss Olympic kündigte jüngst an, dass man plant, für die Olympia-Bewerbung alle Landesteile der Schweiz miteinzubeziehen. Die bz (abo) hat erfahren, dass sich auch Basel an der Schweizer Bewerbung beteiligen möchte – und zwar als Spielstätte für Curling. Basel hat mit Grossanlässen zuletzt viel Wertschöpfung generieren können: 32 Millionen Franken bei der Women’s Euro und 53 Millionen beim ESC. Zwei Curling-WM fanden bereits in Basel statt und die Eis-Infrastruktur in der St.-Jakob-Arena ist als Spielstätte des Eishockey Clubs EHC Basel auch schon gegeben. Der Bau von neuen Anlagen für Winterspiele sorgte in der Vergangenheit für Kritik an Olympia. Die bald startenden Spiele in Norditalien haben sich Nachhaltigkeit gross auf die Fahne geschrieben, konnten aber auch nicht verhindern, dass neue Anlagen gebaut werden mussten. Auch wird bemängelt, dass die Wettkampfstätten räumlich getrennt sind und der olympische Gedanke einer «Zusammenkunft der Sportfamilie» damit missachtet wird – ein Einwand, der auch auf die Schweizer Bewerbung zukommen könnte. Bei den Sommerspielen in Paris wurde derweil kritisiert, dass Obdachlose, Prostituierte und Geflüchtete umgesiedelt wurden, damit die Stadt ein gutes Bild abgibt. Ausserdem erhalten die Sportler*innen nur wenig Geld vom IOC für ihre Teilnahme.

995 Stimmen
Valerie Wendenburg
Valerie Wendenburg
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Beatrice Isler-Schmid
27. Januar 2026 um 18:27

Money, money, money

Mir fällt auf, dass im grossen Teil der Diskussionen die Argumentation "Wertschöpfung" kommt. Es geht um Geld, wieder einmal um Geld. Alle wollen vom Mammon auch noch einen Teil erwischen. Das Bajour-Team schreibt zudem: "Ausserdem erhalten die SportlerInnen nur wenig Geld vom IOC für die Teilnahme." Selbst da geht es um Geld. Wo bleibt der Sport? Und ja, immerhin ist eine Eis-Sportstätte schon vorhanden. Die räumliche Trennung jedoch zu den anderen Sportarten ist alles andere als klimafreundlich. Ich tue mich angesichts der heutigen Weltlage schwer mit dieser Gier nach immer mehr, und ich mache mir Sorgen, wie es wohl unseren Kindern und Enkelkindern in 16 Jahren gehen wird, im stinknormalen Alltag sozusagen. Denn eines bleibt: Olympia ist nicht mehr nur Sport, Olympia ist auch Politik, Geld und Macht (und Korruption).

Werner Pachinger
28. Januar 2026 um 11:53

Olympia-Curling: Aufwand im Rahmen

Falls in Basel die Curlingbewerbe durchgeführt werden können, bliebe der Aufwand für Basel in einem vernünftigen Rahmen, bestehen doch schon jetzt ein Grossteil der Infrastrukturen. Auch hat Basel Erfahrung bei der Durchführung von Curling-Grossveranstaltungen. Unsere Stadt - und natürlich auch die Region - könnte sich einmal mehr international positiv präsentieren. Klar, bei solchen Veranstaltungen geht es auch immer ums "Geld". Das kann aber vor allem für unsere Wirtschft positiv sein, sofern die Abläufe im gesetzlichen Rahmen stattfinden. Basel könnte diese Chance nützen. "Curling-Olympiastadt Basel": wäre das nicht ein schönes Bild?

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